Baumeister der Sicherheitsforschung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 16. Juni 2018

Weil am Rhein

Klaus Thoma, der frühere Direktor des Ernst-Mach-Instituts ist gestorben / In Winterweiler und Holzen enorm investiert.

WEIL AM RHEIN/MARKGRÄFLERLAND (BZ). Als Baumeister hat sich Klaus Thoma, der ehemalige Direktor des Ernst-Mach-Instituts (Emi), hervorgetan – und das nicht nur mit kühnen Ideen, mit denen er die Wissenschaft voranbrachte, sondern auch mit Steinen, Stahl und Beton. Die beiden Standorte des Emi in Holzen und Wintersweiler wurden unter Thomas Leitung zu innovativen Forschungseinrichtungen ausgebaut, die den Ruf des Fraunhofer-Instituts weltweit sichern. Durch sein Wirken habe allem voran die Sicherheitsforschung bei Fraunhofer eine international anerkannte Position erreicht, stellte Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, 2015 bei der Verabschiedung von Thoma heraus. Am 9. Juni ist Klaus Thoma im Alter von 68 Jahren plötzlich verstorben.

Nach seiner Promotion an der Technischen Universität in München im Jahr 1978 arbeitete Klaus Thoma zunächst neun Jahre beim heutigen EADS-Konzern, bevor er sich 1987 mit einem Ingenieurbüro in Oberbayern selbstständig machte. In dieser Zeit habe er sich auch "die Sichtweise der Industrie angeeignet" und zahlreiche wichtige Netzwerke gegründet. 1996 wurde er Leiter des Ernst-Mach-Instituts.

Wissenschaftliches Neuland hat Klaus Thoma betreten, indem er Ballistik und Mikroelektronik miteinander vernetzte. Die Waffenforschung dient jedoch nicht nur militärischen Zwecken. Auch in der Unfallsicherung werden deren Ergebnisse verwendet – oder auch zur Konstruktion von Schutzschildern für Satelliten. Er sei ein "Wanderprediger in Sachen Sicherheitsforschung" und wolle seinen Beitrag leisten "zum Erhalt einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft", sagte Klaus Thoma über sich selbst.

Im September 2007 war ihm für seine außergewöhnlichen Leistungen, zu denen auch der erfolgreiche Ausbau des Fraunhofer Emi und des Fraunhofer-Verbunds Verteidigungs- und Sicherheitsforschung, eines Zusammenschlusses von zehn Fraunhofer-Instituten, gehörte, das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. Thoma habe sich "um die Förderung der Wissenschaft und die Erarbeitung der Grundlagen für ein sicheres Leben in diesem Land verdient gemacht", unterstrich Ministerialdirektor Hans Freudenberg in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung. Thoma leitete das Institut 18 Jahre lang, bis er aus Altersgründen ausschied.