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18. Januar 2011

Der Mensch hinter dem Politiker

Beim CDU-Neujahrsbrunch spielte trotz des bevorstehenden Landtagswahlkampfes die große Politik nur eine Nebenrolle.

  1. In lockerer Atmosphäre interviewte Kulturamtsleiter Tonio Paßlick beim CDU-Neujahrsbrunch im Kesselhaus am Tisch hinten rechts den Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, den Landtagsabgeordneten Ulrich Lusche und Oberbürgermeister Wolfgang Dietz. Foto: Jochen Fillisch

WEIL AM RHEIN. Ganz ohne Politik ging es natürlich nicht. Im Mittelpunkt beim CDU-Neujahrsbrunch stand aber der Mensch, besser gesagt drei Menschen: Bundestagsabgeordneter Armin Schuster, Landtagsabgeordneter Ulrich Lusche und Oberbürgermeister Wolfgang Dietz gaben im Gespräch mit Moderator Tonio Paßlick Einblicke in ihr Alltags-, Privat- und Seelenleben.

Mehr als 70 Gäste konnte Oliver Klein, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Weil am Rhein, im Kesselhaus begrüßen, und die erfreuten sich nicht nur am Buffet, sondern auch an der lockeren Talkrunde, bei der Paßlick den Politikern mehr entlockte als Statements. Trotz des bevorstehenden Landtagswahlkampfes gaben sich die drei betont locker, auch wenn es um Spannungsfelder ging. Zum Beispiel um das Spannungsfeld von Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit im politischen Geschäft. Da sprach Dietz durchaus Klartext, wenn er meinte: "Nicht alle, die nach Ehrlichkeit rufen, vertragen diese Ehrlichkeit auch." Schuster gab in diesem Zusammenhang zu, sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren verändert zu haben. Sei er damals noch absolut sachorientiert gewesen, habe er mittlerweile erkannt: "Die Bürger wollen den Menschen spüren." Und für Lusche stand fest: Wer Standfestigkeit und Glaubwürdigkeit zeigt, wird auch als Mensch akzeptiert.

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Über die Menschen Dietz, Lusche und Schuster erfuhren die Zuhörer einiges. Etwa, dass der Weiler OB kaum noch weiß, wo er seine Krawatten unterbringen soll, dass der Landtagsabgeordnete gern einmal mit dem FC Stadtrat Lörrach das Weiler Gemeinderats-Fußballturnier gewinnen würde und dass sich das Verhältnis des Bundestagsabgeordneten zur Bundeshauptstadt stark verändert hat: "Früher war ich ein großer Fan von Berlin, aber wenn man dort lebt, sieht man das anders." Und wenn der begeisterte Freizeitkoch dort überhaupt keine Zeit mehr findet, seinem Hobby nachzugehen ...

Derartige Probleme hat der Weiler Oberbürgermeister nicht, denn er schätzt sehr wohl die Vorteile seiner Arbeit vor Ort: "In der Kommunalpolitik habe ich gute Chancen, das, was mir heute einfällt, morgen in der Realität zu sehen." Und während er auf dem Heimweg in seinen Wohnort Kandern schon entspannen kann, muss Ulrich Lusche überlegen, wie er seinen aufreibenden Abgeordnetenjob mit dem des Familienvaters unter einen Hut bekommt, denn: "Wir können über Familienpolitik ja nicht nur Reden halten!" Womit die Politik dann doch noch zu ihrem Recht kam: Schuster war überzeugt, dass die CDU die Anforderungen an eine Volkspartei gut erfülle und Lusche zuversichtlich, dass in Baden-Württemberg nach den Wahlen noch die gleiche Landesregierung am Ruder sein werde: "Aber wir müssen dafür kämpfen." Und so ein kleines bisschen Politik muss ja auch zwischen Sekt und Häppchen erlaubt sein.

Autor: Jochen Fillisch