Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

25. Januar 2014 19:22 Uhr

Tierschutz

Die Dreiländerbrücke ist eine Gefahr für Schwäne

Die Dreiländerbrücke bei Weil am Rhein ist ein Erfolg. Zumindest für Menschen. Für Schwäne stellt sie eine Gefahr dar. Tiere verletzen sich an ihren schlecht sichtbaren Spanndrähten.

  1. Für Schwäne ist die Dreiländerbrücke gefährlich. Foto: dpa

  2. Trotz Fähnchen sind die Spanndrähte für die Tiere schlecht zu sehen. Foto: Max Langelott

  3. Bei der Kollision mit der Dreiländerbrücke brach sich dieser Schwan den Flügel. Foto: Carola Weitzel

Die Dreiländerbrücke ist seit ihrer Einweihung im Jahr 2007 zum Publikumsliebling geworden. Tausende nutzen den Steg Tag für Tag, um unkompliziert zwischen Weil am Rhein und der französischen Partnerstadt Hüningen hin und her zu wechseln. Was für die Menschen ein unschätzbarer Gewinn ist, ist für Wasservögel, insbesondere Schwäne, aber eine große Gefahr.

Wenigstens drei Schwäne haben sich an den Spanndrähten der Brücke zuletzt erhebliche Verletzungen zugezogen, weiß Carmen Weitzel vom Schwanenschutzkomitee Hochrhein. Der jüngste Fall ereignete sich vor wenigen Tagen. Passanten beobachteten, wie ein Schwan rheinaufwärts flog, in den Spanndrähten der Dreiländerbrücke hängenblieb und auf den Steg stürzte. Mitglieder der Hüninger Feuerwehr versuchten das verletzte Tier einzufangen, was ihnen aber nicht gelang. Der Schwan schaffte es in Hüningen zurück ins Wasser.

Am deutschen Ufer konnte ihn Carmen Weitzel dann einfangen und zu einem Tierarzt bringen. Der stellte einen Bruch des Flügels fest – für einen Schwan bedeutet das ein sicheres Todesurteil. Das gut 10 Kilogramm schwere Tier wurde daraufhin eingeschläfert.

Werbung


Immer wieder tauchen Schwäne mit gebrochenen Flügeln auf

Carmen Weitzel geht davon aus, dass es neben den inzwischen drei bekannten Fällen, weitere Tiere gab, denen die Dreiländerbrücke zum Verhängnis wurde. "Wir finden immer wieder Schwäne mit gebrochenen Flügeln", solche Verletzungen könnten mit großer Wahrscheinlichkeit eigentlich nur von den Drähten an der Dreiländerbrücke stammen. Schwäne sehen Hindernisse wegen ihrer seitlich am Kopf sitzenden Augen nämlich erst sehr spät, ein Ausweichen sei bei einer Spannweite von bis zu zwei Metern und Fluggeschwindigkeiten bis zu 60 Stundenkilometern oft nicht mehr möglich.

"Wir wollen nicht, dass an unserer Brücke ein Tier zu Schaden kommt."

Axel Moick
Deshalb halte sie es für dringend angezeigt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Weitzel schlägt dazu vor, die Drahtseile der Dreiländerbrücke in leuchtendem Weiß, Rot, Orange oder Grüngelb zu streichen. Alle vier Farben seien für Schwäne besonders auffällig, da sie sie entweder mit anderen Schwänen (weiß), deren Schnäbeln (rot, orange) oder Nahrung (grüngelb) assoziierten. Nur die zweitbeste Lösung seien farbige Fähnchen an den Seilen, meint Weitzel. Die vorhandenen Fähnchen seien jedoch eindeutig zu klein.

Eine neue Farbe könnte Abhilfe schaffen

Axel Moick vom Tiefbauamt der Stadt hat derweil bereits deutlich gemacht, dass er für Vorschläge, die helfen, solche Unfälle zu vermeiden, dankbar sei. "Da findet Frau Weitzel bei mir offene Ohren. Wir wollen nicht, dass ein Tier an unserer Brücke zu Schaden kommt." Aus praktischen Gründen würde Moick einem Anstrich der Seile sogar den Vorzug vor der Fähnchenlösung geben. Lediglich über die Farbe müsse man sich noch unterhalten. Einen Anstrich in Weiß könne er sich aber sehr gut vorstellen, sagt er zur BZ.

Autor: Hannes Lauber