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26. Juli 2016

Friedlinger erfahren viel Solidarität

OB Dietz, Landrätin Dammann sowie die Abgeordneten Schuster, Stickelberger und Frey beim Miteinanderfest des Stadtteilvereins.

  1. Feiern über Generations-, Religions- und Nationalitätsgrenzen hinweg – das stand beim Fest des Friedlinger Stadtteilvereins im Mittelpunkt. Foto: Regine Ounas-Kräusel

  2. International war das Speisenangebot. Foto: Ounas-Kräusel

  3. Wer spendete, bekam ein Stück Kuchen vom OB. Foto: Regine Ounas-Kräusel

  4. Alt und Jung hatten gemeinsam Spaß. Foto: Regine Ounas-Kräusel

WEIL AM RHEIN. Viele Friedlinger und Gäste von außerhalb feierten am Sonntag ein fröhliches und buntes Miteinanderfest. Das Fest fand zum zwölften Mal im Garten zwischen Stadtteilzentrum und Friedenskirche statt, zum zweiten Mal organisierte es der Stadtteilverein. Auch die Bedrohung einer Friedlinger Familie durch Rechte kam zur Sprache.

Das Thema des Festes, das Miteinander, sei selten so wichtig wie in diesen Tagen, rief OB Wolfgang Dietz den Festgästen zur Begrüßung zu: "Zum Miteinander gehören Respekt und Toleranz und Anerkennung des Anderen in seiner Andersartigkeit." Auf dem Fest zeige sich Friedlingen bunt, lebendig und freudig, freute er sich. "Wir stehen zu Friedlingen", bekannte der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster. Auf dem Fest herrsche kein Ausnahmezustand, sondern fröhlicher und friedlicher Alltag, meinte Landrätin Marion Dammann: "Wenn das jemand stören will, werden wir das nicht tolerieren und dulden." Auch die Landtagsabgeordneten Josha Frey und Rainer Stickelberger bekannten sich zu Friedlingen.

Dann zählte OB Dietz einen Countdown und die vielen Kinder ließen symbolträchtig bunte Luftballons steigen. Bonds Big Band von der Musikschule sorgte mit flottem Swing und Hits wie "YMCA" für gute Stimmung. Überall im Garten boten Organisationen und Initiativen aus Friedlingen an ihren Ständen internationale Speisen an. Die Frauen der DITB-Moschee rollten Gözleme, hauchdünne Pfannkuchen, die sie pikant füllten. Vertreten waren auch der Alevitische Kulturverein, das internationale Frauencafé, der Bärenfelskindergarten, das Projekt O.M.A der Diakonie, das in Friedlingen ein Kinderhaus betreibt und Dienstleistungen für berufstätige Eltern anbietet, und weitere Gruppen. Am Stand des Stadtteilvereins verteilte OB Dietz am späteren Nachmittag gegen Spenden Stücke einer Torte, die Vorstandsmitglied Angelika Schilling gebacken hatte. Der Verein, der sich das ganze Jahr über für ein gutes Miteinander in Friedlingen einsetzt, informierte über seine aktuelle Arbeit, so auch über das Sommerferienprogramm des Quartierstreffs WIKI.

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Die Vorsitzende Gabriele Moll begrüßte die zahlreichen Gäste und hieß auch die Friedlinger Familie, die von Rechten bedroht wird, willkommen. Der Stadtteilverein wolle der Familie, die nach wie vor von fremdenfeindlichen Attacken bedroht werde, helfen, ein Unterstützernetzwerk aufzubauen, sagte Moll. Man suche Menschen, die zum Beispiel bereit seien, in bedrohlichen Situationen die Kinder der Familie in die Schule zu bringen oder die Familienmitglieder auf ihren Alltagswegen zu begleiten.

Ein großer Renner auf dem Miteinanderfest war – wie jedes Jahr – der Teamparcours des Leo Clubs. "Wir kennen uns schon vom letzten Jahr", erzählte die zehnjährige Medina, bestieg das Kettcar und Manfred, ein kräftiger Mann mit grauem Bürstenhaar, brauste los. Bei dem Parcours konnten generationenübergreifende Zweierteams – Altersunterschied mindestens 30 Jahre – attraktive Preise gewinnen. Auch die weißrussischen Mädchen und Jungen, die derzeit zu Gast sind, feierten am Sonntag mit.

Netzwerk gegen rechts: Wer die bedrohte Friedlinger Familie unterstützen will, kann sich beim Stadtteilverein per E-Mail an stv-friedlingen@web.de melden. Infos über den Verein und seine Arbeit finden sich auf der Homepage http://www.stadtteilverein-friedlingen.de

Autor: Regine Ounas-Kräusel