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01. August 2011

Gelungenes Roman-Debut

Premierenlesung der Haltinger Autorin Christina Förster in der Weiler Stadtbibliothek.

  1. Mehr als 70 Zuhörer kamen zur Premierenlesung der jungen Haltinger Autorin Christina Förster in die Stadtbibliothek. Foto: Roswitha Frey

WEIL AM RHEIN. Willkommen in der magischen Welt der Cromwell Hochschule! Einer Welt, in der es Begabte, Hexen, Magier, Geistseher, mysteriöse Rituale und geheimnisvolle Orden gibt. Mit ihrem Erstlingsroman "Kaltes Feuer", der soeben im Dresdner Buchverlag erschienen ist, zog die junge Haltinger Autorin Christina Förster bei ihrer Premierenlesung in der Weiler Stadtbibliothek über 70 Zuhörer in Bann.

Dass so viele Literaturfans das gelungene Roman-Debüt von Christina Förster miterleben wollten, fand Bibliotheksleiterin Ellen Benz bemerkenswert. Zumal es für einen Neuling gar nicht so leicht sei, einen Verlag zu finden. Benz brachte das Beispiel der Harry Potter-Autorin Joanne K. Rowling, deren Manuskript zuerst von einigen Verlagen abgelehnt wurde. Der Rest ist bekannt. Was laut Ellen Benz zeigt, dass sich junge Autorinnen auch durch Absagen nicht entmutigen lassen und an sich glauben sollten.

Christina Förster erzählte lebhaft, was sie alles erlebt hat, bis sie endlich den ersten Band ihrer auf zehn Bände angelegten "Cromwell Chroniken" in Händen hielt. 2007 habe sie mit dem Schreiben dieser Fantasy-Reihe begonnen und mittlerweile sei sie schon fast mit dem vierten Band fertig. Die Ideen sprudeln nur so bei dieser begabten 29-jährigen Sozialpädagogin, die in Basel als Sozialdiakonin arbeitet. Schlagfertig, humorvoll und selbstbewusst präsentierte sich Christina Förster bei ihrer vergnüglichen Lesung.

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"Es ist toll, dass so viele Leute gekommen sind", strahlte sie und eröffnete die Lesung mit dem Prolog aus "Kaltes Feuer". Da wurden die Zuhörer hineingezogen in ein mystisches Ritual, einen Zirkel von sieben Gestalten in schwarzen Gewändern, die sich in einer eiskalten Nacht zu einem ekstatischen Tanz um ein magisches Licht versammeln. Dann las die Autorin Passagen, in denen die zwei Hauptcharaktere genauer beschrieben werden: Valerian, ein cooler 17-Jähriger, der als Waise in Berlin in Pflegefamilien und bei der stets geldknappen Tante Edith aufwächst. Auf dem Jugendamt begegnet er dem englischen Sir Fowler, dem Rektor der elitären Cromwell Schule für Studenten mit besonderen Magie-Begabungen. Valerian kommt als Student auf diese Privatschule in einem alten Herrenhaus und trifft dort auf die blinde Linda, auch 17 und eine Begabte, eine Seherin, die magische Gaben hat und die farbige Aura der Menschen wahrnehmen kann.

Christina Förster verriet auch schon etwas über die weiteren wichtigen Figuren wie Cendrick, den Sonnyboy und Prince Charming, seine stille Schwester Katharina, Graciano vom Orden der Mächte des Lichts oder die Hexe Tamara, ein Energiebündel mit Wuschelhaaren. Auch den Lehrkörper der Cromwell Schule lernten die Zuhörer kennen, etwa eine aufreizend laszive Dozentin, eine Art erotische Heidi Klum der Magiewelt, die Valerian den Kopf verdreht. Christina Förster gab auch Kostproben der verschiedenen Textformen, die in diesem ersten Band vorkommen, die Gedanken, Visionen und rätselhaften Träume ihrer Protagonisten oder die witzigen Chat-Dialoge.

Beim Gespräch mit dem Publikum kam die Sprache auf Ähnlichkeiten mit "Harry Potter". Dass jeder Band ein Semester beschreibe, sei nicht bei Harry Potter geklaut, sondern einfach "eine sinnvolle Einteilung", erklärte Förster. Ihre Cromwell-Welt sei anders, das Schicksal sei hier viel präsenter. Ihre Geschichte spiele trotz aller Magie auch in einer realen Welt. "Aber ich bin sicher, dass einem Harry Potter-Fan auch mein Buch gefällt", meinte die Autorin, die ihr Honorar der ersten Auflage einem Projekt für Jugendliche spendet.

Autor: Roswitha Frey