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24. Juni 2016

Gemeinde Gottes kauft Königreichsaal

Lörracher Freikirche verlegt ihren Sitz nach Weil am Rhein / Sanierung des neuen Domizils soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

  1. Noch sind die Rollläden unten. Doch bis zum Jahresende soll neues Leben in den früheren Königreichsaal der Zeugen Jehovas einziehen. Die Gemeinde Gottes aus Lörrach will hier ihre Gottesdienste feiern. Foto: Lauber

WEIL AM RHEIN. Der frühere Königreichsaal der Weiler Gemeinde der Zeugen Jehovas wechselt den Besitzer. Die Gemeinde Gottes aus Lörrach ist bereit, das Gebäude zu übernehmen, dieser Tage wird das Geschäft notariell beglaubigt. Die etwa 50 Mitglieder zählende freie Kirchengemeinde will das Gebäude künftig für Gottesdienste, Bibel- und Gebetsstunden sowie Musik- und Gesangsproben nutzen.

Die Gemeinde Gottes in Lörrach wurde 1995 gegründet. Gründungsmitglieder waren überwiegend russlanddeutsche Familien, die zuvor aus der Sowjetunion nach Deutschland übergesiedelt waren. Zu ihnen gehört auch Otto Anselm, der heute als Sprecher der Lörracher Gemeinde fungiert. Der gelernte Zahntechniker, der zuletzt bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Jahr als Dreher tätig war, gehörte schon in seiner russischen Heimat der Gemeinde Gottes an. Die Gemeinden seien in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg als Ableger von deutschen Gemeinden gegründet worden. Als er 1995 nach Lörrach kam, habe er sich daher an der Gründung einer Gemeinde Gottes beteiligt, die damals etwa 70 Mitglieder hatte.

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Inzwischen sind die Mitgliederzahlen leicht auf etwa 50 inklusive Kinder zurückgegangen, Erwachsene seien es knapp 40. Das Gemeindeleben vollzieht sich bislang in angemieteten Räumen in Lörrach-Haagen, die allerdings für die Bedürfnisse der Gemeinde zu klein seien. Deshalb habe man sich nun entschlossen, den früheren Königreichsaal der Zeugen Jehovas im Weiler Schutzacker zu erwerben. Die Zeugen Jehovas haben das Gebäude aufgegeben, weil es für sie zu klein ist und nutzen nun gemeinsam mit der Lörracher Gemeinde den dortigen Königreichsaal. Der Kaufpreis liegt bei 388 000 Euro, den die Gemeinde über ein Bankdarlehen, zinsfreie Darlehen von anderen Gemeinden Gottes sowie zahlreiche Spenden aufbringt. Für die Instandsetzung der Räume wird man weitere 50 000 Euro aufbringen müssen, sagt Otto Anselm. Mit den Arbeiten, die zum Teil in Eigenleistung erbracht werden, will die Gemeinde beginnen, sobald der Kauf notariell beglaubigt ist. Bis Ende dieses Jahres sollte der Umbau abgeschlossen sein. Dann will die Gemeinde ihr Gemeindeleben und dann auch ihren Sitz offiziell von Lörrach nach Weil am Rhein verlegen.

Jeweils sonntags werden dann Gottesdienste stattfinden, gefolgt von einer Sonntagsschule für die Jugendlichen. Immer mittwochs finden Bibel- und Gebetsstunden statt, am Freitag gibt es außerdem Übungsstunden für die Gesangs- und Musikbegleitung der Gottesdienste. Einen Prediger hat die Gemeinde nicht. "Das machen wir selber", sagt Anselm.

Gemeinde Gottes

In Deutschland gibt es verschiedene Freikirchen, die den Namen Gemeinde Gottes führen. Die Lörracher Gemeinde steht in Verbindung zum Missionsverein der Gemeinde Gottes Hamm. Weitere Gemeinden gibt es in Pforzheim, Herford oder Eppingen. Sie nennen sich Gemeinde Gottes, weil dies in der Bibel der Name der ersten Gemeinde war.  

Autor: bz

Autor: Hannes Lauber