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10. Juni 2016

Kegler wollen es wissen

Die Senioren der Spielgemeinschaft haben heute bei der Deutschen Meisterschaft Großes vor.

  1. Eine starke Mannschaft: Thomas Krauss, Lothar Kohler, Werner Traichel, Walter Traichel, Klaus Heidebrecht und Guenter Osswald, die sich als südbadische Meister für die Deutsche qualifiziert haben. Foto: PRIVAT

WEIL AM RHEIN. An Erfahrung mangelt es ihnen wahrlich nicht. Die Senioren B der Spielgemeinschaft, zu der sich die Sportkegler des ESV Weil am Rhein, aus Malsburg, Brombach und Maulburg zusammengeschlossen haben, schieben seit Jahrzehnten alles andere als eine ruhige Kugel. Nachdem sie die Konkurrenz in der Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften dominiert haben, sind die Erwartungen hoch: "Unter den ersten drei würden wir uns schon gerne wiederfinden", gibt Werner Traichel als Ziel aus.

Ob’s klappt, das steht heute Abend fest. Um 16.20 und um 17.25 Uhr müssen Lothar Kohler von "Gut Holz" Brombach, Werner Traichel, Günter Osswald und Klaus Heidebrecht von der Spielgemeinschaft ESV Weil am Rhein/"Alle Neune" Malsburg sowie Walter Traichel vom Kegelsportclub Wehr-Oeflingen in Ludwigshafen-Oggersheim antreten. Die vor drei Jahren vom Kegelverband eingeführte Punktewertung und der von früher 50 auf nun nur noch 30 Wurf verkürzte Wettkampf sorgen für Spannung bis zur letzten Sekunde. "Da hängt ganz viel von der Tagesform ab und vor allem davon, wie man mit der fremden Bahn zurechtkommt", erklärt Werner Traichel. "Langes Eingewöhnen ist nicht möglich und Fehler darf man sich schon gar keine erlauben, da man bei 30 Wurf kaum etwas ausgleichen kann", weiß er aus Erfahrung.

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Dass die Erwartungen dieses Jahr besonders hoch sind, liegt an den guten Ergebnissen der Kegler vom Oberrhein bei der Qualifikation. "Letztes Jahr haben wir mit nur sieben Holz Vorsprung den Weg zur Deutschen angetreten. Da sind wir, punktgleich mit dem Neunten, Zehnter geworden. Dieses Jahr ist die Qualifikation viel besser gelaufen und so wollen wir auch bei der Deutschen vorne mitspielen. Unser Traum wäre eine Platzierung unter den ersten drei", erklärt er selbstbewusst.

Dass das nicht einfach wird, ist dem Quintett, von dem einer als Ersatzspieler mitreist, bewusst. "Bei uns ist Kegeln eine Randsportart. In anderen Gegenden hat Kegeln einen ganz anderen Stellenwert, da kommen Profispieler aus Berlin und extrem starke Mannschaften aus Bayern", weiß auch Traichel. Gleichwohl sind die Senioren, die in der Altersgruppe B alle auf 60 bis 70 Lebensjahre zurückblicken können, ganz zuversichtlich. Begleitet von ihren Frauen – "das sind unsere treuesten Fans" – geht es gemeinsam im Bus nach Oggersheim. Neben dem sportlichen Ehrgeiz, trainiert wird zwei- bis dreimal die Woche, eint die Männer auch die Freude an der Geselligkeit.

"Gut Holz" wünscht auch Joachim Gottschalk, der in den großen Tagen der ESV-Kegler sieben Jahre mit in der Ersten Bundesliga und acht Jahre in der Zweiten Bundesliga gespielt hat, nun aber gesundheitsbedingt pausieren muss, seinen Kollegen. Ein Erfolg, so seine Hoffnung, könnte dem Kegelsport wieder neuen Schwung geben. Von einst über 70 aktiven Keglern beim ESV sind derzeit kaum zehn übriggeblieben. Unterstützt von den Spielern aus Malsburg und Maulburg treten derzeit nur noch drei Mannschaften im Ligabetrieb an. Das zu ändern hat sich der engagierte Sportkegler zusammen mit ESV-Präsident Maik Hofmann vorgenommen.

Autor: Ulrich Senf