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22. Juni 2011

Kontaktscheu kein Thema mehr

Trinationales Jugendprojekt mit positiver Halbzeitbilanz.

  1. Sie initiierten das Projekt: Anskar Hail (Stadtjugendpflege Weil), Jennifer Perez (infoklick.ch Basel) und Stephane Ferrignio (Forum Jeunes Huningue, von links) führten Teenager aller drei Länder zusammen. Foto: Frey

WEIL AM RHEIN/REGIO. "Die Dreiländerbrücke war einst die Initialzündung, die grenzübergreifenden Kontakte in der Jugendarbeit zu intensivieren", sagt Anskar Hail von der Stadtjugendpflege. So kam es immer wieder zu Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Weil am Rhein und der elsässischen Partnerstadt Huningue. Mit dem "Trinationalen Jugendprojekt am Oberrhein" (Trijo) wurde nun erstmals auch Basel in die Jugendkooperation einbezogen. Zur Halbzeit des Projektes zogen die Verantwortlichen gestern eine rundum positive Zwischenbilanz.

Projektpartner sind die Stadtjugendpflege Weil am Rhein, das Hüninger Pendant "Forum Jeunes" sowie die Basler Regionalstelle des Fördervereins "infoklick.ch", der in der Schweiz Jugendliche zu mehr Eigeninitiative anhalten will. Neben diesen drei Trägern sorgen auch die Oberrheinkonferenz, der Verein Tattoo Basel sowie die Sparkasse Markgräflerland dafür, dass dem Weiler Stadtjugendpfleger Anskar Hail, seinem Hüninger Kollegen Stéphane Ferrignio sowie Jennifer Perez von infoklick.ch Basel ein ordentliches Budget zur Verfügung steht.

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Das Konzept zielt vor allem auf Eines: Kontaktscheu durch Kommunikation zu überwinden – auch wenn man die Sprache des Nachbarn nicht oder nicht perfekt beherrscht. "Zu erkennen, dass es im Nachbarland auch Jugendliche gibt, die genauso ticken wie man selbst", umschreibt es Anskar Hail.

Zunächst bildeten sich in allen drei Ländern Gruppen mit jeweils sechs Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren, die nahezu alle Schultypen repräsentieren. Sie sollten selbstständig in ihrem jeweiligen Land ein Aktionsprogramm erarbeiten, in dessen Rahmen man die Nachbarn kennen lernen konnte.

So nahmen die Basler Teenager ihre Kolleginnen und Kollegen mit auf einen "Foxtrail", also auf eine Rallye durch die Stadt, die, wie Jennifer Perez resümierte, bestens ankam. Auch in Hüningen ging es auf eine Schnitzeljagd, wobei die Jugendlichen "aus sich herauskommen mussten, um weiterzukommen", so Anskar Hail. Im Mittelpunkt des Hüninger Tages stand aber "Hydrospeed" im Wildwasserkanal. Und die Weiler Jugendlichen entführten in einen Hochseilgarten. Wichtig sei dabei nicht in erster Linie das Vergnügen an sich gewesen, "sondern vor allem das, was zwischen den Programmpunkten ablief", so Hail.

Den zweiten Teil bildet nun ein gemeinsamer viertägiger Aufenthalt mit Übernachtungen vom 1. bis 4. August in Hüningen, von wo aus wiederum von den Jugendlichen selbst gestaltete Unternehmungen in die einzelnen Länder gestartet werden. Es geht unter anderem ins Bioscope, zur Basler Bundesfeier am Schweizer Nationalfeiertag oder in den Europa-Park Rust. Das gesamte Projekt wird dann – ebenfalls durch die Jugendlichen – zu einer Dokumentation zusammengefasst und beim großen Jugendtag am 18. September in Hüningen den Oberhäuptern aller drei Städte vorgestellt.

Ziel ist es, dass die Teilnehmer die Idee des Projektes, Jugendliche aus dem Dreiland zusammenzuführen, im Freundeskreis weitertragen – zahlreiche neu entstandene Facebook-Kontakte würden bereits davon künden, merkte Ferrignio dazu an – zum anderen aber auch, dass es 2012 eine Fortsetzung findet.

Autor: Herbert Frey