Mal beschaulich, mal übersichtlich

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Mi, 08. März 2017

Weil am Rhein

Mitglieder des Stadtteilvereins Friedlingen können beiden Varianten für die Rheinparkneugestaltung positive Seiten abgewinnen.

WEIL AM RHEIN. Die Entscheidung darüber, welche von zwei Planungsvarianten für die Rheinparkerweiterung den Vorzug erhalten soll, rückt näher. Am 21. März befasst sich der Bauausschuss mit dem Thema, am 28. März muss der Gemeinderat Beschluss fassen. Am Montag hat sich nun der Stadtteilverein Friedlingen die Konzepte erläutern lassen. Fazit am Ende: Beide Planungen finden Unterstützung, am liebsten wäre es den Vereinsmitgliedern, wenn man eine Kombination aus beiden realisieren könnte. Doch eines gilt als sicher: Egal, welche Variante verwirklicht wird, für Friedlingen wird es ein riesiger Gewinn.

Zehn Mitglieder des Stadtteilvereins haben sich am Montag im Rathausfoyer mit Bauamtsleiter Christian Renner, Hauptamtsleiterin Annette Huber und der Leiterin des Rechts- und Ordnungsamtes Elklen Nonnenmacher getroffen, um sich die dort ausgehängten Konzepte der Büros "faktorgruen" aus Freiburg und "Fontana Landschaftsarchitekten" aus Basel erläutern zu lassen. Auch Stadtrat Andreas Rühle, der in Friedlingen wohnt, war mit von der Partie.

Nach Angaben von Volker Hentschel und Gabriele Moll vom Stadtteilverein gab es im Anschluss eine sehr intensive Diskussion über die zwei doch sehr unterschiedlichen Konzepte. Die Variante der Basler Planer mit geschwungener Wegeführung sei emotional besser angekommen, die Mehrheit der Teilnehmer habe sie lauschiger und einladender empfunden. Andererseits habe man aber auch nach Hinweisen der Vertreter der Verwaltung festgestellt, dass die Geradlinigkeit der Freiburger Planung den Park besser überschaubar mache und vermutlich ein größeres Sicherheitsgefühl biete.

Bei der Basler Variante sei zudem die fehlende Trennung der Wege von Fußgängern und Radfahrern als problematische bewertet worden. Auch beim Sandstrand hatte man Bedenken, ob der für ältere Menschen geeignet sei, um Zugang zum Rheinufer zu haben.

Dennoch, so Hentschel, sei die Tendenz der Vereinsmitglieder eher zur lauschigen Variante des Basler Büros gegangen, zumal auch der Vorschlag, die Dreiländerbrücke mit einem über dem Wasser verlaufenden Steg zu passieren, viel Anklang fand. "Man möchte es halt gemütlich haben", fasst er die Stimmungslage zusammen.

Mehrfach sei während der Diskussion bei der Abwägung von Vor- und Nachteilen der Vorschlag aufgekommen, doch eine Kombination aus den beiden Varianten anzustreben, in dem jeweils die Vorteile kombiniert würden. Ob das allerdings technisch und auch rechtlich möglich ist, blieb bei dieser Gelegenheit offen.

Auch Gabi Moll nahm den Eindruck mit, dass die Mehrheit der Teilnehmer im Rathausfoyer die Basler Variante favorisierten. Im Verlauf der Diskussion sei aber deutlich geworden, dass im Hinblick auf den Radverkehr oder die Sicherheit im Park, die Variante von "faktorgruen" Vorteile biete.

Grundsätzlich sieht Moll den größten Gewinn für Friedlingen aber darin, dass "überhaupt etwas passiert" und der Rheinpark aufgewertet werde. Dabei spiele es für sie nicht die entscheidende Rolle, welche der beiden Varianten letztlich realisiert werde. "So oder so ist das für Friedlingen eine Bereicherung", ist sich Moll sicher.

Möglicherweise hätten sich die Stadträte eine deutlichere Entscheidungshilfe gewünscht. Sie haben nun am 28. März die schwierige Aufgabe, Vor- und Nachteile der beiden Varianten abzuwägen und dann die beste auszuwählen.