Mit einem modernen Konzept ein junges Publikum gewinnen

Jochen Fillisch

Von Jochen Fillisch

Mi, 28. März 2018

Weil am Rhein

Altweiler "Krone" setzt auf die Verbindung von Events, Kulinarik und Design-Hotel / Vom klassischen Restaurant zum Ort der Begegnung.

WEIL AM RHEIN (jof). Im Altweiler Traditionsgasthaus "Krone" stehen Veränderungen an: "Wir möchten mit einer flexiblen, agilen Eventgastronomie künftig eine größere Bandbreite an Gästen erreichen", kündigt Geschäftsführerin Sonja Hechler an. Weg vom klassischen Restaurant, hin zu einem modernen Konzept mit einer Auswahl kleiner, saisonaler und regionaler Gerichte, die modern angerichtet werden.

"Die Gäste möchten heute nicht nur essen, sondern auch unterhalten werden", ist die Krone-Chefin überzeugt. Das neue Konzept, das ab 3. April greift, soll Events und Kulinarik mit dem Design-Hotel vereinen. So wird es einen "Living Room" mit Bar-Charakter geben, in dem sich Hotelgäste ebenso wie externe Besucher unterhalten können – einen Ort der Begegnung eben. Dort werden auch kleine Events, sogenannte "Pop-Ups" (zeitlich begrenze Aktionen), Degustationen und After-Work-Partys stattfinden. Erste Aktion im Rahmen des neuen Konzepts wird ab 23. April das "Markgräfler Spargel Pop-Up" sein, gefolgt vom "Art Pop-Up" parallel zur Kunstmesse Art Basel, bei dem die Räume des Hotel-Restaurants von Künstlern bespielt werden.

"Wir werden unser Konzept ständig den Bedürfnissen unserer Gäste anpassen", verspricht Sonja Hechler und betont, dass es ihr darum gehe, vermehrt ein junges, lokales Publikum anzusprechen, das Lust hat, etwas zu trinken und auch eine Kleinigkeit zu essen. Die "preisliche Hemmschwelle", die bislang das Publikum abgeschreckt haben könnte, soll wegfallen. Verantwortlich für das Küchenkonzept zeichnet Sebastian Urban, der schon seit einigen Jahren in der Kronen-Küche tätig ist.

Wie bereits berichtet, wird Sternekoch Henrik Weiser das Traditionshaus zum Monatsende verlassen. "Wir wollten nie einen Stern für die Krone", sagt die Geschäftsführerin, dagegen sei das moderne Konzept schon immer ihr Wunsch gewesen. "Unsere Gastronomiefamilie war schon immer sehr innovativ. Mein Vater Roland und mein Onkel Hansjörg haben beide von ihren Lehrjahren neue Ideen ins Markgräflerland gebracht und waren Vorreiter in der Gastronomie", merkt sie an. Die jetzt anstehenden Veränderungen bezeichnet sie als "zweiten Schritt der Modernisierung nach dem Neubau".

Einher mit dem neuen Konzept geht eine Verkleinerung des Restaurants und des Personals. 30 Sitzplätze wird es künftig noch im Restaurant geben, das Personal wird um die Hälfte auf zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduziert. Zu den einzelnen Aktionen, die in einem Eventkalender auf der Homepage der "Krone" und in den sozialen Medien veröffentlicht werden, sollen dann flexible Kräfte das Stammteam verstärken.

Wenn das neue Konzept auch stark auf Verjüngung setzt, so soll das traditionelle Publikum doch nicht vernachlässigt werden, im Gegenteil. Nicht zuletzt aufgrund vieler Anfragen von Stammgästen kehrt Alt-Krone-Wirt Roland Hechler wieder an den Herd zurück und kocht seine Klassiker, unter anderem Suppenfleisch am Samstagmittag und den traditionellen Braten den ganzen Sonntag über. "Papa kann’s einfach nicht lassen", schmunzelt Sonja Hechler, "aber das allein ist ja auch schon ein Event!"

Geöffnet ist die "Krone" ab 3. April von Montag bis Samstag ab 17 Uhr, an Sonntagen ganztags.