Zwei Wochen geforscht, statt gefaulenzt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 28. September 2018

Weil am Rhein

Zwei Schüler des Oberrheingymnasiums haben in den Ferien Schülerakademien für Begabte besucht.

WEIL AM RHEIN (BZ). Zwei Schüler des Oberrhein-Gymnasiums Weil am Rhein haben jeweils zweieinhalb Wochen ihrer Sommerferien in einer Schülerakademie zur Begabtenförderung verbracht. Mareike Walter aus der 10b wurde genauso wie Florian Sänger aus der Kursstufe 1 von Chemie-Lehrerin Annemarie Stephan für den Besuch der Akademie vorgeschlagen.

Mareike Walter besuchte die "Science Academy Baden-Württemberg" auf dem Schulcampus des Landeszentrums für Umwelterziehung in Adelsheim, Florian Sänger reiste nach Grovesmühle in den Harz zur Deutschen Schüler-Akademie.

Was auf sie zukommen sollte, erfuhren beide OGW-Schüler in der Vorbereitungsphase: Während Mareike an einem Vorbereitungswochenende teilnahm, durfte Florian zur Vorbereitung einen Reader mit Primärtexten von Thomas Kuhn oder Karl Popper durcharbeiten, die sich alle mit Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie befassten: Wie funktioniert Erkennen, wie Wissenschaft? Was ist Wahrheit und ist sie zu erkennen? Mareike hingegen erhielt ein Thema aus der Biologie. Ziel war es, Forschungen im Bereich der Abwehrmechanismen von Pflanzen anzustellen, mit dem Ziel, Pflanzenschutzmittel gegen Pilze zu entwickeln.

Gemeinsam mit 10 bis 15 weiteren Schülern durften sie dann zwei Wochen lang selbständig und eigenverantwortlich forschen, denken, diskutieren und probieren. "Mit gleichgesinnten und hochmotivierten Leuten konnte man Sachen ausprobieren und tüfteln. Alle waren total offen und nett zueinander", schildert Florian seine Erfahrungen. Ähnlich ging es Mareike: "Wir haben einfach gemeinsam geforscht, ohne dass uns jemand vorgeschrieben hätte, was wir zu tun haben."

Am Ende dieser intensiven Zeit fand eine Abschlusspräsentation statt, bei der auch die Eltern der Teilnehmer sowie die Geldgeber anwesend waren. Auf die Frage, was ihnen die zwei Wochen gebracht haben, sagt Mareike: "Die Art, selbständig zu arbeiten, der damit verbundene Erwerb von Selbstbewusstsein, aber auch ’soft skills’ wie Präsentationstaktiken haben mir viel gebracht." Auch für Florian steht der unmittelbare Nutzen nicht im Vordergrund: "Toll war die Beschäftigung mit dem Thema, das Kennenlernen der philosophischen Methodik." Seine bisherigen Berufspläne hat das ins Wanken gebracht, aber in positiver Hinsicht: "Warum nicht Philosophie studieren statt etwas Technisches? Jedenfalls geht mein Blick jetzt in noch ganz andere Richtungen."