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15. März 2009 12:27 Uhr

Dr. Pops DSDS-Sprechstunde (V)

Wenn Exhibitionisten zu sehr keifen

RTL sucht Deutschlands nächsten Superstar. Dr. Pop seziert die Castingshow für Badische-Zeitung.de. Heute: Die zweite Mottoshow – oder: Eid ist Eid.

  1. Dr. Pop meint: Dominik Büchele aus Kappel-Grafenhausen dürfte den Dämon bald vertrieben haben, der von ihm Besitz ergriffen hat. Foto: chriskuddl

Der Befund:
Eigentlich wollte sich Dr. Pop am Ärztestreik beteiligen. Nach Tarif zahlt ihn keiner. Und ob sich der unbezahlte Samstagsdienst bis morgens um zwei lohnt, wird von der Anstaltsleitung dahin gestellt. Aber wie jeder Arzt hat Dr. Pop einen Eid geleistet. Also hilft er seinen Patienten. Eine kann aber selbst er nicht gesund beten. Cornelia Patzlsperger wird von der Last des Alters und dem Gewicht ihrer Harfe erschlagen. Denn anderen acht ruft Dr. Pop nach der zweiten Mottoshow zu: Durchhalten! Es kann nur einen geben. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Diese Binsenweisheit hat Dr. Pop nicht im Hörsaal aufgeschnappt, sondern dem Abreisskalender seiner Apotheke entnommen. Angesichts der schweren Fälle bei DSDS sind selbst banalste Mittel recht. Nehmen wir Sarah Kreuz. Vor jedem Auftritt von Lampenfieber gepeinigt, das sie selbst als "abnormal” bezeichnet. Oder Vanessa Neigert. Tortenabhängigkeit im Endstadium. Ein Ernährungsberater bescheinigt ihr in der Sendung die Kondition einer 70-Jährigen. Aber das ist nichts gegen die Schizophrenie, in die Benny Kieckhäben getrieben wird. Erst vergällen ihm die Juroren die Songs weiblicher Stars. Kaum wendet er sich den Hits von Kerlen zu, rufen die Juroren das Motto "Geschlechtertausch” aus: Jungs singen Mächentitel und andersrum. Benny lässt darauf alle Hemmungen fallen. Stellt seinen besten Freund Marcel vor. Plaudert aus, dass er ihm seine Jungfräulichkeit geschenkt hat – und versucht sich passenderweise an Madonnas "Like A Virgin”. Die hat ja bewiesen, dass man keine Stimme braucht, um ein Star zu werden. Das hat sie mit Benny gemein. Folgerichtig kommter er eine Runde weiter. Verwirrt, aber glücklich.

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Das Büchele Bulletin:

Dominik Blunt alias James Büchele aus Kappel-Grafenhausen macht bei seinem Exorzismus große Fortschritte. James Blunts Wehmuts-Tremolo verliert langsam die Macht über seine Stimme. Bücheles Version von Melane C Chisholms "First Day Of My Life” ist daher ein großer Schritt auf dem Weg zum eigenen Ich. Dürfte den Dämon, der von ihm Besitz ergriffen hat, bald vertrieben haben.

Exitus:

Trotz fortgeschrittenem Exhibitionismus in Verbindung mit ausgeprägter Fettnäpfchensucht ist Annemarie Eilenfeld weiter dabei. Hat sich in der Bild-Zeitung bis auf die Hotpants aus- und in der Sendung über den Konkurrenten Holger Göpfert hergezogen. Die Folge: Rudelbildung vor der Kandidatencouch. Darf am Ende trotz der Keiferei bleiben, weil sie als Kid Rock überzeugt – und Cornelia Patzlsperger nicht halb so gut singt wie ihre Harfe klingt. Ob Annemarie nach dem Eklat noch eine Zukunft bei DSDS hat? Nächste Woche mehr in dieser Praxis.

Sprechstunde:

Sie haben noch Fragen an Dr. Pop? Dann schicken Sie eine E-Mail an community@badische-zeitung.de

Das DSDS-Kompendium: Dr. Pops gesammelte Diagnosen

Autor: Dr. Pop