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19. März 2016 09:27 Uhr

Landtagswahl 2016

Wer hat in Freiburg welche Partei gewählt?

Die AfD ist männlich, die Linke jung, die SPD alt. Bei der Landtagswahl hat die Stadt Freiburg eine Wählerbefragung durchgeführt – wir präsentieren die Ergebnisse.



Den Wahlsonntag hat die Stadt genutzt, um Freiburger Wähler zu befragen. Vor sieben Wahllokalen – in Landwasser, Zähringen, Hochdorf, Littenweiler, Haslach, Rieselfeld und Stühlinger – warteten Studenten mit Fragebögen. 1548 Wähler nahmen an der Befragung teil. Mit den Daten will das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung ein Bild der Freiburger Wählerschaft zeigen.

Dafür musste die Stichprobe groß genug sein, erklärt der Soziologe Sören Werner, der die Befragung leitet. Jeder Zehnte wurde demnach von den Studenten angesprochen, 6,9 Prozent aller Wähler der ausgewählten Wahllokale haben daran teilgenommen – das entspricht laut Werner 1,9 Prozent aller Freiburger Wähler. In den Fragen ging es unter anderem um Geschlecht, Alter, Bildungsabschluss, Religionszugehörigkeit, Beruf oder Migrationshintergrund. Viele seiner Thesen sind eingetroffen, sagt Werner. Doch zeige die Befragung auch Auffälligkeiten.

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34 Prozent der AfD-Wähler haben einen Migrationshintergrund

So haben 34 Prozent der AfD-Wähler einen Migrationshintergrund – der höchste Wert im Vergleich zu den anderen Parteien. Zudem wählen vor allem Männer überwiegend mittleren Alters die rechtspopulistische Partei; 63 Prozent der AfD-Wähler sind ganztags berufstätig, ebenfalls der höchste Wert – dabei spielt wohl der "Männereffekt" eine Rolle, wie Werner sagt. Die Bildungsabschlüsse sind im Vergleich die niedrigsten. Vor allem ehemalige CDU-Anhänger (24 Prozent) sowie SPD-Anhänger (14 Prozent) wählten die AfD. Sie hat den geringsten Anteil von über 60-Jährigen.

Als wahlentscheidende Themen gaben die Befragten an erster Stelle "Flüchtlinge" an, "Soziale Gerechtigkeit" steht an zweiter Stelle. Wenig Abweichung dürfte es laut Werner durch falsche Angaben geben. Ein Effekt, der sich allerdings auswirke: Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss seien in solchen Befragungen unterrepräsentiert, da viele von ihnen nicht wählten und nicht an Befragungen teilnähmen.

Bereits am Wahlsonntag hatten Werner und sein Team die ersten Daten ausgewertet. Nun will er sich, wie er sagt, die AfD-Wähler noch genauer anschauen sowie alle Ergebnisse mit denen der Landtagswahl 2011 vergleichen. Die Ergebnisse sowie die Analyse will die Stadt in den nächsten Wochen veröffentlichen.
Diverse Veröffentlichungen der Stadt Freiburg zu Wahlen in der Stadt finden Sie auf: http://www.freiburg.de/pb/,Lde/525858.html Die Wählerbefragung zur Landtagswahl 2016 soll in einigen Wochen erscheinen.

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Autor: Sina Gesell