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01. Februar 2016

"Die Geschichte der Zeitung wird weitergehen"

DREI FRAGEN AN BZ-Verleger Wolfgang Poppen, der das neue Zeitungsmuseum mit Familienschätzen eingerichtet hat.

  1. Wolfgang Poppen Foto: BZ

Geträumt hat er schon einige Jahre davon, seit kurzem ist es fertig: Verleger Wolfgang Poppen hat im Pressehaus an der Basler Straße in Freiburg ein Zeitungsmuseum eingerichtet. Yvonne Weik traf ihn dort und sprach mit ihm über historische Druckmaschinen und junge Besucher.

BZ: Wer heute etwas wissen will, klickt auf Wikipedia. Braucht man im digitalen Zeitalter überhaupt noch ein Museum?
Poppen: Ja, natürlich. Das Internet ersetzt nicht, dass man Dinge mit eigenen Augen sehen und begreifen kann. Das ist vor allem für die jüngere Generation wichtig. Jedes Jahr wird die Druckerei der Badischen Zeitung von 7000 Schülerinnen und Schülern besichtigt, die bei unseren Zeitungsprojekten Zisch und ZischUp mitmachen. Immer wenn ich sehe, wie konzentriert Schulklassen im Museum sind, freue ich mich. Für diese jungen Menschen haben wir das Zeitungsmuseum hauptsächlich eingerichtet. Aber auch Erwachsene sollen sehen können, wie die Geschichte der Zeitung begann.
BZ: Wieso ist Ihnen das so wichtig? Die alten Drucktechniken sind doch längst überholt.

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Poppen: Nur wer mit eigenen Augen sieht, wie Zeitung früher gemacht wurde und wie sich das Produkt in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat, kann es auch wertschätzen. Ich habe 1976 meine Ausbildung als Drucker begonnen, seither hat sich einiges verändert. Mittlerweile veröffentlichen wir viele Nachrichten digital, zum Beispiel auf dem Tablet oder als Video auf unserer Internetseite. Doch wir drucken auch weiter auf Papier. Von einem bin ich überzeugt: Die Geschichte der Zeitung wird weitergehen – und auch dieses Museum wird weiter wachsen.
BZ: Mit Ihren Kindern ist mittlerweile die siebte Generation im Unternehmen beschäftigt. Ist das Museum für Sie auch eine Chance, die eigene Familiengeschichte zu bewahren?
Poppen: Ja, und es ist auf jeden Fall sinnvoller, die Dinge zu zeigen, als sie im Keller stehen zu lassen. Als mein Vater vor sieben Jahren gestorben ist, hatte er viele der Exponate in seinem Büro. Er war ein Sammler. Wenn er das Museum sehen könnte, das würde ihn sicher sehr freuen.

Autor: ywe