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26. Februar 2011
Wir über uns
Abgeschriebenes in der Badischen Zeitung
Liebe Leserin,
lieber Leser,
in dieser Woche wurden wir auf einen Verstoß gegen unsere journalistischen Prinzipien aufmerksam gemacht. Gleich in mehreren Fällen soll sich eine Kollegin aus der Zentralredaktion in ihren Artikeln großzügig bei Texten anderer Autoren bedient haben, ohne diese als Quelle anzugeben. Dieser Vorwurf ist deshalb so gravierend, weil er unsere journalistische Glaubwürdigkeit erschüttert. Wir nehmen diese Sache sehr ernst und haben damit begonnen, die Dinge intern aufzuklären. Zwar ist das gesamte Ausmaß der Verfehlung noch nicht endgültig geklärt, nach allem aber, was uns bisher bekannt ist, müssen wir einräumen, dass die Anschuldigung im Kern leider zutreffend ist.
Dies ist peinlich und ärgerlich zugleich, denn Texte quasi als Patchwork aus Artikeln anderer zusammenzunähen, widerspricht dem Selbstverständnis unserer Redaktion. Es ist inakzeptabel, und wir können uns nur bei den betroffenen Autorinnen und Autoren, aber auch bei Ihnen als Leserinnen und Leser dafür entschuldigen. Hier wurde nicht nur Ihr Vertrauen beschädigt, sondern auch die Arbeit der anderen Redakteure diskreditiert, die sich redlich bemühen, die Regeln des journalistischen Handwerks einzuhalten. Der Vorfall ist auch deshalb so peinlich, weil wir – zum Beispiel in der aktuellen Debatte um die Doktorarbeit des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg – hohe moralische Standards einfordern, diesen selbst aber offensichtlich nicht immer genügen, auch wenn beide Fälle nicht zu vergleichen sind. Wir arbeiten deshalb mit Hochdruck an der restlosen Aufklärung und werden die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen, um solche Dinge in Zukunft zu verhindern. Die Badische Zeitung ist und bleibt eine Zeitung mit hohem Qualitätsanspruch. Diese Verpflichtung wollen und werden wir auch in Zukunft erfüllen.
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Autor: Thomas Hauser, Chefredakteur
