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12. Januar 2012 19:17 Uhr
Initiative
"Energie in Bürgerhand": Die Genossen geben auf
Dieser Plan sorgte für Aufsehen: Eine Gruppe von Bürgern in der Region wollte einen Energieversorger übernehmen und ihn grüner machen. Doch daraus wird nichts. Die Genossen geben auf.
Bürger sammeln Geld, kaufen sich einen großen Energieversorger, bauen ihn ökologisch um und profitieren direkt von seinen Gewinnen. Dieses Ziel verfolgte die "Genossenschaft Energie in Bürgerhand" (EIB) zweieinhalb Jahre lang. Doch daraus wird nichts, denn die Genossen geben nun auf.
Die EIB wird sich aller Voraussicht nach dem Ökostromanbieter Elektrizitätswerke Schönau (EWS) anschließen. Das sagte EIB-Sprecher Burghard Flieger der Badischen Zeitung. Die eingezahlten Gelder seien zum Großteil mit Zins an die Bürger zurückgeflossen. Flieger spricht von 5000 Menschen, die insgesamt sechs bis acht Millionen Euro eingezahlt hätten.
Das Projekt begann im Jahr 2009, als der Münchner Energieriese Eon seine Tochtergesellschaft Thüga zum Verkauf anbot. "Energie in Bürgerhand" gründete sich, um Anteile an der Thüga zu kaufen. Die Thüga ist größter Anteilseigner des südbadischen Versorgers Badenova mit Sitz in Freiburg. EIB hatte regen Zulauf und verzeichnete in kurzer Zeit Zusagen über etliche Millionen Euro. Für den Kauf der Thüga kam die Genossenschaftsgründung jedoch zu spät. Den Zuschlag erhielt eine Gruppe von Stadtwerken, darunter Badenova, die die Thüga für 2,9 Milliarden Euro übernahm. Die Stadtwerke blockten daraufhin eine Beteiligung der Genossen ab – was die Spitze der Badenova bedauerte und die Genossen der EIB erboste. Andere Projekte, wie ein Engagement bei den Stadtwerken in Jena, kamen nicht zustande.
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Nun ziehen die Genossen einen Schlussstrich. "Es gäbe sicher die Möglichkeit, sich an einem Energieprojekt zu beteiligen", sagte Burghard Flieger. "Aber wir wollten nicht zu viele Kosten produzieren." Die waren allerdings überschaubar. Eine Halbtagskraft war bei EIB angestellt, die meiste Arbeit wurde laut Flieger ehrenamtlich erledigt. Geht alles nach Plan, werden sich die 500 bis 700 Genossen, die für 800.000 Euro Genossenschaftsanteile an EIB gezeichnet haben, der Genossenschaft der Elektrizitätswerke Schönau anschließen. Aufnehmende Verschmelzung ist der Fachbegriff dafür.
Die verbindlichen Zusagen vieler Sympathisanten, sich im Falle einer konkreten Beteiligung mit bestimmten Summen zu engagieren, sind mit dem Ende der EIB gegenstandslos geworden. Insgesamt, so Flieger, hätte die EIB rund 30 Millionen Euro mobilisieren können.
Autor: Jörg Buteweg
