"Viele Kinder machen auch viele Sorgen"

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Sa, 23. Juni 2018

Binzen

Alle Schulorte gut versorgt.

BINZEN/VORDERES KANDERTAL (us). Schwerpunkt der Schulsozialarbeit im Vorderen Kandertal ist die Binzener Grundschule. Allerdings verwahrte sich Sozialpädagogin Svenja Müller dagegen, daraus abzuleiten, dass die Binzener Schüler besonders schwierig oder auffällig wären. "Solche Probleme kann es immer und überall geben, das ist keine Frage des Standortes", erklärte sie.

"Das ist zunächst auch einfach eine Frage der Menge", rückte auch Rektor Reainer Kaiser die Verhältnisse zurecht. Zu bedenken sei bei dieser Betrachtung schließlich, dass in Binzen nicht nur der größte Teil der Kinder unterrichtet werde, sondern auch, dass in Binzen ein Ganztagsangebot vorgehalten werde, das die Verweildauer der Kinder in der Schule natürlich im Vergleich zu deren Kollegen in den Außenstellen noch einmal erhöhe.

Familiäre Probleme durch Flucht, durch Scheidung der Eltern oder den Tod eines Familienmitglieds seien allgegenwärtig und denen müsse sich auch die Schule stellen. Zu hoffen, dass kleine Schulen vor solchen Erfahrungen gefeit sein, sei eine Illusion. Insgesamt spricht Kaiser davon, dass solche Probleme immer häufiger auftreten "und sich sehr massiv darstellen."

Svenja Müller ist sich nach dem ersten halben Jahr Schulsozialarbeit im Verbandsgebiet sicher, dass der Ausgleich zwischen der Binzener Schule und den Außenstellen recht gut gelinge. "Ich stehe da im engen Austausch mit den Lehrern und kann flexibel reagieren, wenn an einer Stelle eine Notwendigkeit entsteht oder wenn etwa, weil ein Schüler fehlt, der Besuch weniger Sinn ergibt", erklärt sie das System.