Ein enges Netzwerk für Senioren

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Di, 28. November 2017

Zell im Wiesental

Bei einem Markt der Möglichkeiten mit dem St. Josefshaus präsentierten sich in Zell Gruppen und Dienstleister für ältere Menschen.

ZELL. Unterm Titel "Markt der Möglichkeiten" präsentierten sich am Samstag unter Federführung des St. Josefshauses etwa zwei Dutzend Akteure aus dem Bereich Seniorenunterstützung und -betreuung im katholischen Pfarrsaal in Zell. Allzu viele Interessierte allerdings vermochte das Thema nicht zu locken; die Akteure blieben einen langen Mittag lang weitgehend unter sich.

Anlass der Veranstaltung war, dass das St. Josefshaus mit Hauptsitz in Rheinfelden-Herten mit seinen Unterstützungs- und Hilfsangeboten seit zehn Jahren im Oberen Wiesental aktiv ist. Anfang der Woche hatte aus diesem Anlass am selben Ort bereits ein Fachabend zum Thema "Sorgende Gemeinde als Antwort auf die Herausforderung von demografischem Wandel und Inklusion" stattgefunden.

Mit dem "Markt der Möglichkeiten" nun sollte das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Zentrum stand dabei Spektrum an praktischen Möglichkeiten und Hilfsangeboten. An Infoständen, mit viel Anschauungsmaterial und kleinen Vorträgen stellte sich das weit verzweigte Netzwerk aus professionellen Dienstleistern, sozialen Einrichtungen und bürgerschaftlichen Initiativen vor, das auf unterschiedlichen Ebenen rund um die Unterstützung nicht nur älterer Menschen aktiv ist. Vom Hausnotruf über die am Bett montierte Aufsteh-Hilfe bis zum Essen auf Rädern, vom Nostalgie-Memory bis zum barrierefreien Bad, vom kleinen Hilfsmittel bis zum aufwändigen Umbau der Wohnung: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um den Alltag nicht zuletzt in den eigenen vier Wänden zu erleichtern.

Ein informativer Vortrag zur Anpassung von Wohnungen gab ebenso Impulse und Einblicke wie die Infostände von professionellen Anbietern wie Apotheke, Sanitätshaus oder Badeinrichter. Neben solch professionellen Anbietern spielen im Unterstützungsnetzwerk auch bürgerschaftliche Initiativen eine wichtige Rolle, in deren Hilfsangeboten neben der schieren Dienstleistung auch die soziale Komponente, das Mit- und Füreinander in einer Gemeinde, eine wichtige Rolle spielt. Mit Einrichtungen wie der Bürgerhilfe Fröhnd, dem ähnlich gelagerten "CaDiSo" aus Todtnau oder dem Bürgerverein Zell gibt es in dieser Richtung bereits einiges an Engagement im Oberen Wiesental, zeigte ein Blick in den Pfarrsaal. Und einiges mehr wäre möglich: Im Rahmen der Veranstaltungen stellten sich beispielsweise der Bürgerbus aus Efringen-Kirchen und der Dorfladen in Wies mit Infoständen und Vorträgen vor.

Nicht zuletzt nutzten die Einrichtungen des St. Josefshauses selbst die Gelegenheit, sich und ihr Angebot vorzustellen: Als Betreiber des Seniorenzentrums Zell, als (Mit-)Träger der Kirchlichen Sozialstation Oberes Wiesental und mit einem Arbeits- und Betreuungsbereich für Behinderte ist das St. Josefshaus hier gleich mit mehreren Angeboten aktiv. Wichtig sei dabei, dass man nicht allein als professioneller Dienstleiter von außen agiere, sondern den gesamten Sozialraum in den Blick nehme und die Menschen vor Ort intensiv einbinde, sagte Karl-Heinz Huber als Leiter des Fachbereichs Altenhilfe im St. Josefshaus. Demografischer Wandel, eine älter werdende Gesellschaft, Inklusion und Teilhabe – "das sind die großen Herausforderungen der Zukunft", so Huber.

In diesem Sinne seien Veranstaltungen wie der "Markt der Möglichkeiten" Mosaiksteine, um dieses Bewusstsein zu wecken und Informationsmöglichkeiten zu bieten – auch wenn das Angebot nun im ersten Anlauf in Zell nicht allzu viel Resonanz fand. Immerhin, so Huber, sei die Veranstaltung den Partnern im Unterstützungsnetzwerke eine gute Gelegenheit gewesen, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen.