Gespannte Bögen, spannender Sport

Paul Berger

Von Paul Berger

Di, 07. November 2017

Zell im Wiesental

Super gelaufen: Die Zeller Bogenschützen richten zum ersten Mal einen Regionalliga-Wettkampf in der Stadthalle aus.

ZELL. Zum ersten Mal waren die Zeller Bogenschützen am vergangenen Samstag in der Stadthalle Gastgeber und Ausrichter der Regionalliga-Wettkämpfe. Was die Organisation von Wettkämpfen dieser Größenordnung angeht, haben die Schützen in Zell damit erstmals völliges Neuland betreten, berichtet Kai Kiefer, in dessen Händen ein großer Teil der Organisation dieser Sportveranstaltung lag.

Gut fünf Monate beanspruchte nach Kiefers Aussage der Zeitaufwand, den man in die Vorbereitungen für diesen Regionalliga-Wettkampf, der am vergangenen Samstag vor einer großen Zuschauerkulisse reibungslos über die Bühne ging, investiert hat. Absolut stimmen mussten neben den vorgegebenen sportlichen Voraussetzungen die ebenfalls geltenden strengen Sicherheitsauflagen, was selbstverständlich im Team erledigt wurde. Nichts, was den Ablauf dieser Wettkämpfe angeht, durfte dem Zufall überlassen werden, da absolute Präzision bei den Wettkämpfen oberste Priorität hat.

Die Mannschaften traten an einem einzigen Wettkampftag gegeneinander an. Nach den geltenden Regeln bleiben den jeweils drei Schützen pro Mannschaft lediglich 120 Sekunden, um sechs Pfeile auf die Spots (Zielscheiben) zu schießen. Absolute Ruhe und vor Konzentration sind gefragt, um den Bogen zu spannen und das Ziel sicher ins Visier zu nehmen.

Aus 18 Metern einen Kreis mit 2,5 Zentimetern treffen

Zuvor sprechen sich die Team-Teilnehmer untereinander ab, welchen der insgesamt sechs Spots der Einzelne bevorzugt. Für Elisabeth Keßler, die bei diesem Liga-Wettkampf zu den erfolgreichsten Bogenschützinnen aus Zell zählte, ist die Konzentration besonders wichtig. Gilt es doch, in der knappen vorgegebenen Zeit das Ziel auf eine Distanz von 18 Metern anzuvisieren und möglichst präzise zu treffen. Eine sehr hohe Anforderung an jeden einzelnen Schützen, schließlich beträgt der Durchmesser beim inneren, mit der Höchstpunktzahl zehn bewerteten Kreis gerade einmal 2,5 Zentimeter.

Konzentration braucht der Schütze auch beim Spannen des Bogens, was eine enorme Zugkraft verlangt, wie Elisabeth Keßler erklärte. Während die erforderliche Zugkraft bei weiblichen Teilnehmern im Schnitt 17 bis 18 Kilo beträgt, müssen die männlichen Teilnehmer bis zu 20 Kilogramm aufwenden. Mensch und Material sollten dabei möglichst aufeinander abgestimmt sein. Bei den Wettkämpfen kommt bei den Schützen der sogenannte Recurvebogen zum Einsatz, an dem sich neben der Zielvorrichtung noch zusätzliche Stabilisatoren befinden. Recurvebögen, so Elisabeth Keßler, kommen vor allem bei den Olympischen Wettkämpfen zum Einsatz. Durchweg zufrieden mit den sportlichen Leistungen ihres Teams – Ute Rapp, Elisabeth Keßler, Sylvia Woywod, Kai Kiefer, Felix Fuhrler und Frank Päßler sowie Trainer Robert Gutmann – zeigten sich neben Organisator Kai Kiefer auch Siegfried Woywod, Vorsitzender der Zeller Sportschützen, sowie Jürgen Rapp, der das Ganze als Moderator begleitet hat. Super gelaufen für die Mannschaft ist dieser erste Bogenliga-Wettkampf in Zell mit acht teilnehmenden Mannschaften auch aus Sicht von Betreuerin Karin Schinke. Die Deutsche Vizemeisterin betreut das Zeller Team inzwischen in der zweiten Saison und ist gleichzeitig als nationale Kampfrichterin im Einsatz. Derzeit arbeitet sie an ihrer Trainer-Lizenz.