Am Anfang der Apfel, dann ein Huhn

Roman Kiener

Von Roman Kiener

Mi, 28. September 2011

Gundelfingen

Projekt "Apfelhuhn" in Gundelfingens evangelischer Kirchengemeinde / Noch werden weitere Streuobstwiesen gesucht.

GUNDELFINGEN/VÖRSTETTEN. Was war zuerst da, der Apfel oder das Huhn? Beim Gundelfinger Wohltätigkeitsprojekt "Apfelhuhn" war es eindeutig der Apfel. Diese wurden nämlich von freiwilligen Helfern der evangelischen Kirchengemeinde Gundelfingen auf nicht mehr bewirtschafteten Streuobstwiesen der Region aufgesammelt, um nach mehreren Arbeitsschritten Spenden für den Kauf von Küken in Indien zu erwirtschaften.

Im Breisgau verrotten die Äpfel tonnenweise, während anderswo Menschen Hunger leiden. Um gegen diesen Missstand anzukämpfen, entstand auf dem diesjährigen Jungschar-Sommerlager der evangelischen Gemeinde Gundelfingen die Idee zum "Apfelhuhn". "Bei meinem Besuch auf dem diesjährigen Kirchentag in Dresden hatte ich bereits von einem ähnlichen Projekt gehört", erklärt Hauptorganisator Jonathan Gebauer.

Das Erfolgsrezept ist jedenfalls recht simpel: Nach dem Aufsammeln wurden die Äpfel in der Vörstetter Kelterei "Bürklin" gepresst und gegen Apfelsaft eingetauscht. Dieser soll nun bei den verschiedensten Gelegenheiten – wie zum Beispiel auf dem Gundelfinger Markt – verkauft werden. In Kooperation mit dem Hilfsprojekt "Wasser ist Leben", das in mehreren indischen Orten Entwicklungshilfe leistet, fließt der Erlös in den Kauf von Küken auf dem Subkontinent.

Kurzum werden somit aus deutschen Äpfeln indische Hühner. "Selbstredend ist es nur ein kleiner Schritt gegen den Welthunger, aber dennoch sind Helfer und Nachahmer mehr als erwünscht", betont der 21-jährige Jurastudent Gebauer.

Auch Eigentümer von geeigneten Streuobstwiesen seien jederzeit willkommen. Bei der Premieren-Aktion unter Malterdinger Apfelbäumen mit 28 freiwilligen Helfern standen übrigens unterm Strich insgesamt 387 Kilogramm Äpfel, was knapp 240 Saftflaschen entsprach. "Für den Anfang sind wir damit sehr zufrieden, zu Erntedank werden wir nichtsdestotrotz nochmals sammeln", so Gebauer abschließend. Eine Wiederholung 2012 sei ebenso bereits fest eingeplant.

Mehr infos unter: http://www.apfelhuhn.de/