Jetzt ein Dutzend Betreuer

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Do, 16. November 2017

Waldkirch

Der Caritasverband hat sich für die Betreuung der Flüchtlinge neu aufgestellt.

ELZTAL UND UMGEBUNG. Der Caritasverband wird das Integrationsmanagement im kompletten Elz- und Simonswäldertal sowie in Vörstetten, Reute, Freiamt, Sexau und Denzlingen übernehmen. Dies teilte Caritasgeschäftsführer Rainer Leweling nach Gesprächen mit dem Landratsamt Emmendingen mit. Der Vertrag muss noch unterzeichnet werden, aber die Arbeit hat bereits begonnen. Dafür wurde auch zusätzliches Personal eingestellt.

Bislang war der Caritasverband in diesem Teil des Landkreises ausschließlich für die Betreuung der Flüchtlinge im Asylverfahren zuständig. Jetzt kommt die Betreuung der Flüchtlinge nach Anerkennung dazu. Insgesamt sind dann um die 700 Personen zu betreuen. Fortsetzen will der Caritasverband auch die Migrationsberatung im Roten Haus in Waldkirch, die schon bislang allen Einwanderern Rat und Hilfe bot, sowie das Ehrenamtlichenprojekt (zusammen mit der Diakonie), das Patenschaftsprojekt und das Frauenprojekt.

Leweling ist froh, dass – nachdem die Bundesregierung nicht auf die Forderungen zum Ausbau der Migrationsberatungen eingegangen war – nun das Land in die Presche gesprungen ist und den "Pakt für Integration" beschlossen hat. "Die Integration in die Sprache und Gesellschaft, Schule und Arbeit beginnt eigentlich erst richtig nach Abschluss des Asylverfahrens", ist Leweling überzeugt.

Entsprechend der im Pakt vorgegebenen Stichtagszahlen für Flüchtlinge wurden für das Elztal, Simonswäldertal, Vörstetten, Sexau, Reute und Denzlingen insgesamt 8,4 Personalstellen für das sogenannte Integrationsmanagement berechnet. Davon entfallen 3,4 allein auf die Stadt Waldkirch, wo man den Vorgaben der Stadt, zum Beispiel für aufsuchende Beratung, gerne nachkommen will.

Da die Signale des Landratsamtes schon früh in die Richtung gingen, dass der Caritasverband diese Arbeit übernehmen soll, werden bereits seit mehreren Wochen die entsprechenden Stellen besetzt. Für die Einstellungen gibt es genaue Vorgaben vom Land hinsichtlich der Qualifikation. Solche Leute sind rar, "wir haben meist schon im Personalgespräch entschieden, ob wir den Bewerber nehmen", berichtet Birgitt Reisenweber, Leiterin des Sozialdienstes des Caritasverbandes für den Landkreis Emmendingen. Auf keinen Fall wollte man riskieren, dass die qualifizierten Bewerber von anderen Gemeinden – die ja alle nach Integrationsmanagern suchen – weggeschnappt werden. 7,5 Stellen sind derzeit schon mit etwa einem Dutzend Personen besetzt (früher gab es für dasselbe Gebiet 2,8 Stellen). Neben den Neuzugängen seien teilweise auch Stellenanteile der schon bewährten Mitarbeiter aufgestockt worden.

Aktuell befinde man sich in den Vorbesprechungen für die genaue Arbeitsweise und das jeweilige "Fallmanagement" sowie auf der Suche nach Räumlichkeiten, zum Beispiel für externe Sprechstunden. Neben den Einzelberatungen sind auch, wo es sinnvoll ist, Gruppenangebote angedacht. Im "Felsenkeller" läuft derzeit ein zweiter Geburtsvorbereitungskurs. Neben diesen Planungen geht die Flüchtlingsbetreuung nahtlos weiter – inzwischen ist es nun aber wegen des "Pakts für Integration" egal, ob es sich um Menschen im Asylverfahren handelt oder danach. "Wir sind froh, dass die Betreuung in einer Hand liegt", sagt Rainer Leweling. Die Ansprechpartner für die Geflüchteten seien so durchgehend die gleichen. Im "Felsenkeller" wohnt man ohnehin gemischt, da die anerkannten Flüchtlinge oft nicht gleich eine Wohnung finden. Zunehmend werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Fragen zum Familiennachzug beschäftigt: Was muss man tun, wo gibt es Hilfe? Im Elztal sind hier viele Organisationen und auch viele Ehrenamtliche in einem großen Netzwerk tätig.

Zwei der Caritasmitarbeiter arbeiten schon seit mehr als 20 Jahren in der Beratung von Migranten. Bettina Lehnes aus Waldkirch, die vor zwei Jahren als ehrenamtliche Mitarbeiterin in die Flüchtlingsbetreuung kam und dann später vom Caritasverband angestellt wurde (Kinderbetreuung im "Felsenkeller"/Patenschaftsprojekt), ist jetzt die Hauptansprechpartnerin vonseiten des Caritasverbandes in Waldkirch (Kontakt: Tel. 07681/ 4946542, 0157/ 75380799, Mail: bettina.lehnes@caritas-emmendingen.de).