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25. Juni 2014

Kritik an der Atomaufsichtsbehörde

Der trinationale Atomschutzverband Tras siegt die Sicherheitsstandards verwässert.

  1. Das Akw Leibstadt blies 2013 verstärkt Jod in die Luft. Foto: ZVG

BRUGG (sda). Der atomkritische Trinationale Atomschutzverband (Tras) bemängelt die Sicherheitspolitik des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) und fordert eine personelle Neubesetzung. Das Ensi weist die Kritik zurück. Dem Ensi-Motto "Safety first" werde nicht nachgegangen, Sicherheitsstandards würden verwässert, heißt es in einer am Dienstag in Brugg (Aargau) verabschiedeten Tras-R wähle die Parameter so, dass ein Weiterbetrieb der Akw möglich bleibe und lasse zu, dass die eigenen Auflagen ignoriert werden, behauptet der Tras. Der Bundesrat soll seine gesetzgeberischen, aufsichtsrechtlichen und personellen Konsequenzen wahrnehmen und die Führung des Ensisowie des Ensi- Rates personell erneuern, wird in der Resolution gefordert. Nur damit könne der Schutz von Mensch und Umwelt vor den Gefahren der Atomenergie gewährleistet werden.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat weist die Vorwürfe vollumfänglich zurück. Schon in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme zu einer Studie der Schweizerischen Energiestiftung und Greenpeace habe man ähnliche Aussagen als technisch nicht haltbar betrachtet, sagte Ensi- Mediensprecher Anton Treier. Nicht kommentieren wollte man beim Ensi die Forderung nach personellen Umbesetzungen. Ensi hingegen sagt, der Strahlenschutz im Umfeld und im Innern von Schweizer Atomkraftwerken sei 2013 absolut gewährleistet gewesen.

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Die Abgaben radioaktiver Stoffe mit dem Abwasser und der Abluft aus den fünf Atomkraftwerken, dem Paul Scherrer Institut (PSI) und dem zentralen Zwischenlager (Zwilag) hätten 2013 deutlich unterhalb der bewilligten Jahres- und Kurzzeit-Abgabegrenzen gelegen, schreibt Ensi in seinem Strahlenschutzbericht. Er wurde auf der Website des Ensi veröffentlicht.

Einen "Optimierungsbedarf" sieht die Aufsichtsbehörde wie in den Vorjahren bei den radioaktiven Abgaben des Akw Mühleberg über den Wasserpfad. Das Ensi forderte Ende 2013 vom Akw weitere Verbesserungen. Im Akw Leibstadt im waren die Abgaben von Iod über die Luft wegen eines Brennelementschadens höher als in den Vorjahren.

Mitglieder des Tras sind rund 105 Gemeinden im Umkreis der Akw Beznau, Leibstadt und Fessenheim. Von Schweizer Seite sind rund 30 Gemeinden dabei, vor allem solche aus den Kantonen Basel-Stadt und Baselland.

Autor: sda