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14. Februar 2017

Schäden am Atomkraftwerk Leibstadt beunruhigen

Parteien und Umweltschutzorganisationen beiderseits der Grenze wollen Klarheit, bevor das Atomkraftwerk hochgefahren wird.

LEIBSTADT(sda). Bevor das seit Monaten stillstehende Atomkraftwerk (Akw) Leibstadt im Kanton Aargau wieder angefahren wird, soll Klarheit herrschen über die Ursache der Korrosionsschäden an der Anlage. Das fordern über ein Dutzend Schweizer und deutsche Organisationen. Die Gruppe, zu der der Regionalverband Südlicher Oberrhein, die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) Basel, die Schweizer Sozialdemokraten, die Grünen Schweiz und Greenpeace gehören, wandte sich mit einem den Medien zugestellten Schreiben an den Schweizer Bundesrat und an die Aufsichtsbehörde ENSI.

Die Rostschäden an den Brennstäben würden von den Akw-Betreibern und den politischen Instanzen zwar ernst genommen, schreiben sie. Doch eine wissenschaftliche Darstellung der Ursache habe es bisher nicht gegeben. Die winzigen Korrosionsschäden könnten zu Lecks führen, die eine Kaskade von selbstbeschleunigenden chemischen und nuklearen Reaktionen auslösen könnten. "Eine größere Havarie könnte im Kernkraftwerk entstehen." Die Organisationen wünschen sich offene, proaktive Information und sie plädieren dafür, dass in der Aufsichtsbehörde ENSI, dem ENSI-Rat und der Eidgenössischen Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) auch gegenüber Nuklearenergie kritische Fachleute Einsitz nehmen. Bevor diese Anliegen erfüllt seien, dürfe Leibstadt nicht in Betrieb gehen, lautet die Forderung.

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Einen Verzicht auf das Wiederanfahren des Akw verlangt in einem Brief an das ENSI auch der Trinationale Atomschutzverband (TRAS). Die Gefahr einer "Black Box" sei zu groß. Unabhängige Fachleute sollten die Anlage unter die Lupe nehmen. Das Akw ist seit August 2016 vom Netz. Nach der Jahresrevision konnte es nicht wieder in Betrieb genommen werden, weil bei den Brennstoffinspektionen Anzeichen für Oxidation an mehreren Hüllrohren der Brennelemente entdeckt worden waren. Das ENSI hat inzwischen die Freigabe für die Kernbeladung des Reaktors erteilt, aber noch nicht für das Wiederanfahren. Die Vorbereitungen für das Hochfahren des Akw sind am Laufen, wie Anfang Februar bekannt wurde.

Eine Klärung der Probleme hatten zuletzt auch die Landesregierungen in Baden-Württemberg und Vorarlberg verlangt. Auch sie pochen darauf, vor dem Wiederanfahren der Anlage die technischen Probleme aufzuarbeiten. Im Kantonsparlament Basel-Stadt war eine Resolution zum Akw Leibstadt am Mittwoch ein Thema. Auch dieses Papier verlangte, vor der Inbetriebnahme die technischen Probleme zu klären. Es wurde mit 61 gegen 34 Stimmen unterstützt – damit wurde die für die Überweisung nötige Zweidrittelmehrheit aber knapp verfehlt.

Autor: sda