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01. November 2009 17:54 Uhr

Todesfall

Achim Stocker ist tot – SC Freiburg unter Schock

Der dienstälteste Präsident im deutschen Profi-Fußball, Achim Stocker, ist tot. Der Präsident des SC Freiburg starb im Alter von 74 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Die Trauer beim Sportclub sitzt tief.

  1. Achim Stocker ist gestorben. Foto: Patrick Seeger

Der Verein gab unmittelbar nach dem 0:1 der Breisgauer in der Fußball- Bundesliga gegen 1899 Hoffenheim bekannt, dass sein verdienstvoller Präsident, Achim Stocker, verstorben ist. Die offizielle Pressekonferenz fiel aufgrund der besonderen Umstände aus. "Wir haben die Nachricht unmittelbar vor dem Abpfiff erfahren. Sie hat uns geschockt und erfüllt uns mit tiefer Trauer", sagte SC-Sprecher Rudi Raschke.

Der dienstälteste Klubchef im deutschen Profifußball hatte bereits am 25. Oktober einen Herzinfarkt erlitten. Er wurde zunächst in der Freiburger Uniklinik versorgt. Der 74-Jährige litt schon seit vielen Jahren an einer schweren Herzerkrankung. Deshalb verfolgte er die SC-Spiele schon seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr im Stadion, sondern nur zu Hause per Videotext.

Beim SC Freiburg sitzt der Schock über den Tod Stockers tief

Der ehemalige Oberfinanzdirektor galt als die Vaterfigur des Sportclubs. "Stocker hat den Verein in seinem Herzen getragen und die Fans werden ihn immer in ihrem Herzen tragen", sagte Raschke. "Wir verlieren einen großartigen Menschen. Das Mitgefühl gilt der Familie."

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Auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Theo Zwanziger reagierte geschockt: "Die Nachricht von seinem Tod erfüllt uns alle mit tiefer Betroffenheit." Ebenfalls tief bewegt zeigte sich Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon: "Meine Frau und ich sind unglaublich traurig über den Tod von Achim Stocker. Wir verlieren einen wirklichen, einen engen Freund."

Rolf Böhme, Freiburgs Alt-Bürgermeister war ein langjähriger Weggefährte Stockers. Gegenüber der Badischen Zeitung bekundete er seine Trauer: "Er ist – er war ein großer Sympathieträger für die Stadt und die Region. Er war der große Mann des Sportclubs – so wird man ihn in Erinnerung behalten." (Stimmen zu Stockers Tod)

Stocker genoss nicht nur in Baden, sondern auch bundesweit wegen seiner ehrlichen und besonnenen Art sowie wegen der mit geringen finanziellen Mitteln erzielten Erfolge des Sportclubs hohes Ansehen. "Er hat den Verein mit großem Sachverstand und Weitsicht und auch mit der nötigen Portion Pessimismus geführt", sagte Raschke.

Aus dem operativen Geschäft hatte sich Stocker schon seit längerem mehr oder weniger zurückgezogen. Er vertraute auf die Kompetenz von Sportdirektor Dirk Dufner und Trainer Robin Dutt.

Er lebte für den SC Freiburg

Stocker wurde 1935 in Konstanz geboren. Nach Freiburg kam er, um Jura zu studieren – und eher durch Zufall als aktiver Spieler zum SC. Als Vorstandsvorsitzender blieb er in den 60er-Jahren dem Verein treu. Der damalige SC Präsident Helmut Köbele hatte ihn ohne sein Wissen bei der Generalversammlung vorgeschlagen. Prompt wurde Stocker gewählt – und dass, wo er noch nicht einmal anwesend war. Vom Ergebnis der Wahl erfuhr er am Tag danach.

Seit 1972 war Stocker Erster Vorsitzender des SC Freiburg. Eine wegweisende Entscheidung traf er 1991 mit der Verpflichtung von Volker Finke. Als "Doppelspitze" erzielten Clubchef und Trainer mit der Teilnahme an den UEFA-Pokal-Wettbewerben 1996 und 2002 die größten Erfolge der Vereins-Geschichte. Finke machte die zuvor eher provinziellen Breisgauer mit Kurzpass-Fußball, drei Bundesliga- Aufstiegen und zwei UEFA-Cup-Teilnahmen zu einer bundesweiten Marke.

Nach dem Ende der 16-jährigen Finke-Ära lag Stocker 2007 erneut richtig: Er holt Robin Dutt nach Freiburg, der die Mannschaft im Sommer zum vierten Mal in die erste Liga führte. Im Sommer war der Stocker- Club mit dem neuen Coach Robin Dutt wieder erstklassig geworden.

Bundesweit setzte der Sportclub in seiner Präsidentschaft Maßstäbe mit dem Bau der Freiburger Fußballschule im Mösle, die als eine Vorzeigeeinrichtung der Nachwuchsförderung anerkannt ist. Seine Arbeit im Vorstand war dabei stets von Umsicht und Sparsamkeit geprägt. Stocker war bekannt als Mann, dem das Wohl des Vereins stets wichtiger war als die eigene Anerkennung.

Autor: sid/dpa/sill/si