Austausch

Anett Vonglatsamy berichtet über ihre Erfahrungen mit dem Gastfamilienprogramm des UWC Robert Bosch Colleges

Patrick Schliffer

Von Patrick Schliffer

Fr, 14. September 2018

Freiburg

Anett Vonglatsamy berichtet über ihre Erfahrungen mit dem Gastfamilienprogramm des UWC Robert-Bosch-Colleges.

FREIBURG. Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht erzählt Anett Vonglatsamy von ihren Erfahrungen, die sie mit dem Gastfamilienprogramm des UWC Robert-Bosch-Colleges gemacht hat. Seit 2014 ist die 53-Jährige Teil des Programms, bei dem sie jeweils für zwei Wochenenden im Jahr insgesamt vier Schülerinnen bei sich aufgenommen hat. Mit diesem Konzept will das UWC Robert-Bosch-College die 200 Schülerinnen und Schüler aus mehr als 100 Ländern in Kontakt und Austausch mit Menschen bringen, die in Freiburg leben.

"Man will ja eine Gastfamilie werden, um weltoffen zu sein", antwortet die Bauingenieurin auf die Frage, warum sie sich dazu entschlossen hat, ihr Haus mit den jungen Menschen zu teilen. Schlechte Erfahrungen hat sie dabei nicht gemacht. "Das hat alles super geklappt", berichtet die 53-Jährige.

Durch einen Zeitungsbericht ist sie damals auf das Programm aufmerksam geworden und war sofort von der Vorstellung von sich als Gastmutter begeistert: "Oh ja, da mache ich mit", erzählt sie von ihrer Reaktion auf die Annonce.

Den Begriff der Gastmutter findet Anett Vonglatsamy dabei sehr treffend: "Das war ein bisschen wie fünf Minuten vor der Geburt", berichtet die 53-Jährige, als sie ihr erstes "Patenkind" kennenlernte. "Man weiß ja vorher nicht, was das für ein Mensch ist und ob man sich mag", erinnert sie sich. Die Aufregung wich bei der ersten Begegnung jedoch sofort der Euphorie. "Als ich Sou gesehen hab, war das so, als ob sie schon immer ein Teil von uns gewesen ist", schwärmt Anett Vonglatsamy über die Begegnung mit der aus Laos stammenden Schülerin. Mittlerweile studiert Sou in Oklahoma. Am meisten ist ihrer Gastmutter aber im Gedächtnis geblieben, wie die damalige Schülerin gelächelt hat, als sie einen Ausflug auf den Kienberg bei Ebringen gemacht haben. Auch von den anderen Schülerinnen, die sie mit ihrem Mann und Kindern aufgenommen hat, spricht die dreifache Mutter mit Begeisterung: "Mit Vlada war ich bei Valentino auf der Haid shoppen, weil sie sich so für Mode interessiert hat", berichtet sie lächelnd von der russischen Schülerin. "Und mit Lisa waren wir im Museum", erzählt sie über die aus Ruanda kommende junge Frau, die sie ebenfalls beherbergt hat.

Die 53-Jährige sieht in dem Kontakt mit den Schülerinnen nach wie vor eine Bereicherung für sich und ihre Familie, die sie nicht missen möchte. Ob sie und ihre Familie wieder an dem Austauschprogramm teilnehmen möchten, steht daher für Anett Vonglatsamy außer Frage: "Wir haben noch genügend Zimmer und Platz in unseren Herzen."

Gastfamilien: Um Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, sucht das UWC Robert-Bosch-College für das neue Schuljahr wieder Gastfamilien. Am 22. September veranstaltet die Schule einen Tag der offenen Tür von 12 bis 17 Uhr in der Kartäuserstr. 119 mit einem Infostand, bei dem interessierte Familien die Schule und das Konzept des Programms kennenlernen können.