"Schubser in die richtige Richtung"

Louis Groß

Von Louis Groß

Do, 02. November 2017

Au

Mit dem Energietag in Au möchten die Gemeinde und die Fesa Energie-Genossenschaft zum Nachdenken und Mitmachen anregen.

AU. Über Windkraft, Solarenergie und Biogas wurden die Besucher des Energietags kürzlich im Auer Bürgerhaus informiert. Neben der Teilnahme an Vorträgen und Testfahrten mit Elektroautos hatten die Interessierten die Möglichkeit, regionalen Firmen Fragen zu stellen. Ziel der von den Gemeinden Au und Merzhausen, sowie der Fesa Energie-Genossenschaft geplanten Veranstaltung war es, einen Anstoß in die richtige Richtung zu geben.

Lohnt sich eine Solaranlage? Kann der gesamte Strombedarf mit erneuerbaren Energien gedeckt werden? Und was kann jeder Einzelne als Privatperson dazu beitragen? Um diese Fragen ging es beim Energietag im Bürgerhaus in Au. "Wir haben eine gute Mischung von Firmen aus Merzhausen und Au gewinnen können. Bisher hatten wir eine tolle Resonanz", berichtete Aus Bürgermeister Jörg Kindel. Erneuerbare Energien seien im Gemeinderat ein großes Thema, sagte er. Gerade werde die Möglichkeit einer Photovoltaikanlage für das Dach des Feuerwehrhauses geprüft. Die verschiedenen Optionen für den Einzelnen müssten nun in die Bevölkerung gebracht werden, denn leider gebe es immer noch Menschen, die denken, dass "das Benzin aus der Tankstelle und der Strom aus der Steckdose kommen würden". Hier müsse man sensibilisieren, sagte der Bürgermeister.

Auch Josef Pesch, Vorstand der Fesa Energie-Genossenschaft, sieht großen Beratungsbedarf: "Veranstaltungen wie der Energietag sollen einen Schubser in die richtige Richtung geben." Eine Zukunft, in der unsere Kinder und Enkel gerne leben, funktioniert für Pesch nur über die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien. Er vergleiche das Ziel gerne mit dem des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Kennedy. "Der wollte auch nicht zu 30 oder zu 50 Prozent auf den Mond." Die technischen Möglichkeiten dafür seien vorhanden. "Als wir angefangen haben, erschien uns das so komplex wie die Raumfahrttechnik. Heute sind wir bei Unterhaltungselektronik angekommen", sagte Pesch. Die Investition in eine Photovoltaikanlage mache mittlerweile nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich Sinn. "Die Kosten sinken stetig." Auch die Windkraft erlebe eine bedeutende Steigerung der Effizienz. Es sei, laut Pesch, ähnlich wie bei Computerchips, deren Leistungsfähigkeit sich alle paar Jahre verdopple.

An den vielen Ständen im und rund um das Auer Bürgerhaus wurde informiert, erklärt und beraten. Eine wichtige Erkenntnis, die einige Besucher mit nach Hause nehmen konnten, war: "Mein Dach hat einen Wert." Neugierige konnten eine Testfahrt mit einem von Solarstrom betriebenen Auto unternehmen. Zudem gab es Vorträge zu Themen wie Elektromobilität, Photovoltaik oder Geothermie.

Am Ende wurden noch die Teilnehmer der Initiative "Stadtradeln" geehrt. Anstatt mit dem Auto fuhren Teilnehmer in ganz Deutschland in einem frei wählbaren Zeitraum zwischen dem 1. Mai und 30. September an 21 zusammenhängenden Tagen mit dem Rad. Die Auer Radler haben so 16 191 Kilometer zurückgelegt und damit 2299 Kilogramm CO2 eingespart – im Vergleich zu anderen Kommunen in Baden-Württemberg, gemessen an den Radkilometern pro Einwohner Platz eins, wie Bürgermeister Kindel stolz berichtete.