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23. Juli 2014 11:35 Uhr

Internet

Auf Facebook kursieren Falschmeldungen zum Tod eines weiteren Jungen

In Freiburg wurde ein 8 Jahre alter Junge tot aufgefunden. Nun kursieren im Internet Meldungen über den Tod eines weiteren Jungen im Schwarzwald. Diese sind laut BZ-Informationen falsch.

  1. Diese Falschmeldung macht auf Facebook die Runde. Foto: bz

  2. Falschmeldungen sind nur schwer zu stoppen. Foto: bz

Via Facebook wurde der Badischen Zeitung ein Foto von einem Jungen zugespielt, der angeblich in St. Georgen im Schwarzwald tot aufgefunden wurde. Laut Polizei handelt es sich dabei um eine Falschmeldung. Das Polizeirevier St. Georgen bestätigt, dass in seinem Zuständigkeitsbereich weder ein Junge vermisst noch tot gefunden wurde.

Am Montag hatte ein Spaziergänger in Freiburg die Leiche eines 8-jährigen Jungen entdeckt. Seine Eltern hatten ihn am Vorabend vermisst gemeldet.

Anlass für die Fake-Meldung?

Ob die Schreckensnachricht aus Freiburg Anlass für die Verbreitung der Fake-Meldung war, ist Spekulation, liegt aber nahe. Der krude Internet-Hoax, also eine sich rasant verbreitende Falschmeldung, hat viele Menschen beunruhigt. Ein Beamter des Polizeipostens St. Georgen berichtet, dass bei ihm bereits Anrufe zu dem vermeintlich toten Kind eingegangen seien.

Jenny Jahnz, Sprecherin der Polizei Freiburg, sagt: "Man darf nicht allem glauben, was in den sozialen Medien als vermeintliche Wahrheit verbreitet wird." Die Polizei rät, auf die Nachrichten der großen seriösen Medien der Region zu vertrauen. Eine andere gute Quelle sei die Homepage presseportal.de/polizeipresse. "Alles, was da rausgeht, ist polizeilich geprüft", sagt Jahnz.

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Falschmeldungen spielen oft mit den Ängsten der Leute

Im Internet werden täglich Fake-Meldung verbreitet. Diese besonders geschmacklose Nachricht spielt mit den Ängsten der Menschen. Eine Nutzerin schreibt: "Der Mörder ist ein und derselbe Mann." Dabei handelt es sich schlicht um Panikmache.

Wie schwer solche Falschmeldungen zu korrigieren sind, zeigt die Diskussion auf der Facebook-Seite der Badischen Zeitung. Obwohl die BZ den Tod eines Jungen in St. Georgen nach Rücksprache mit der Polizei dementiert hat, beharren manche Nutzer darauf, dass dort ein Kind vermisst werde.

Nochmals: Der Polizei liegt weder eine Vermisstmeldung vor, noch gibt es ein weiteres Tötungsdelikt im Südwesten. Welchen Jungen das Fake-Fahndungsfoto zeigt, war bisher nicht herauszufinden.

Hoaxe befriedigen Sensationslust und den Wunsch nach Aufmerksamkeit

Frank Ziemann von der Technischen Universität Berlin ist Hoax-Spezialist und weiß: "Die Gründe, Falschmeldungen im Internet zu verbreiten, sind diffus." Die größte Motivation, einen Hoax zu schaffen, sei der Wunsch nach Aufmerksamkeit, so der Fachmann. Manche Fake-Meldungen seien aber auch politisch motiviert. "Sie schüren zum Beispiel Fremdenfeindlichkeit oder unterstützen die Ziele der Law-und-Order-Fraktion, indem sie Angst verbreiten." Manchmal stecke hinter Hoaxen aber auch einfach Sensationslust.

Zum Umgang mit Meldungen in sozialen Netzwerken rät Ziemann, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. "Das klingt zwar banal, ist es aber nicht", sagt er. "Die meisten Leute kommen von sich aus gar nicht auf die Idee, es könnte sich um eine Falschmeldung handeln." Das Internet werde viel zu selten kritisch hinterfragt.

Zur Frage, wie man eine Falschmeldung am besten richtigstellt, sagt Ziemann nüchtern: "Selbst eine Gegenlawine loszutreten, führt letztendlich zu nichts." Lügen verbreiteten sich nun mal rasant schnell. Die Wahrheit dagegen wolle kaum einer hören – und sie in den sozialen Netzen weiterverbreiten.

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Autor: Charlotte Janz