HINTERGRUND

AFP

Von AFP

Sa, 19. November 2016

Ausland

Die Proklamation von Marrakesch

Die Vertreter von fast 200 Staaten haben bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Marokko dazu aufgerufen, mit "maximalem politischen Engagement" gegen die Klimaerwärmung vorzugehen. In der einen Tag vor dem Abschluss des Treffens verabschiedeten "Proklamation von Marrakesch" hieß es am Donnerstag, der Kampf gegen den Klimawandel habe "dringende Priorität".

Die Unterzeichner von 196 Staaten sowie der Europäischen Union sagen in der Proklamation den Treibhausemissionen als Quelle der Klimaerwärmung den Kampf an und verpflichten sich, die Ziele des UN-Klimaschutzabkommens von Paris "vollständig" umzusetzen und zu verwirklichen. Beteiligt am Kampf gegen die Erderwärmung seien "nicht nur Regierungen, sondern auch die Wissenschaft, Unternehmen und weltweite Aktionen auf allen Ebenen".
Zugleich wird in der Proklamation das Ziel der Industriestaaten bekräftigt, bis 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für die Entwicklungsländer aufzubringen – ein bereits bei der Kopenhagener Klimakonferenz von 2009 gemachtes Versprechen.
Der globale Klimaschutzvertrag war im Dezember 2015 in Paris beschlossen worden. Er sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, zu begrenzen. Die bislang vorliegenden nationalen Zusagen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes reichen dazu allerdings nicht aus.
Das Abkommen trat Anfang November in Kraft. Es wurde bereits von 111 der 195 Unterzeichnerstaaten ratifiziert – darunter zuletzt Großbritannien am Donnerstag. Die größten Verursacher von Treibhausgas, die USA und China, ratifizierten das Abkommen ebenfalls. Der am 8. November zum US-Präsidenten gewählte Rechtspopulist Donald Trump (Republikaner) hatte im Wahlkampf jedoch angekündigt, das Klimaschutzabkommen aufkündigen zu wollen.

Die Beratungen zur Verwirklichung des Pariser Abkommens hatten am 7. November in der marokkanischen Stadt Marrakesch begonnen. Am gestrigen Freitag ist die Konferenz zu Ende gegangen.