Naturmuseum

Ausstellung "Vom Ei zum Küken" zeigt, wie sich junge Hühner entwickeln

Andreas Braun

Von Andreas Braun

Sa, 17. Februar 2018

Freiburg

Die alljährliche Ausstellung „Vom Ei zum Küken“ ist ein Publikumsmagnet: Im vergangenen Jahr zog sie rund 23000 Besucher an. In diesem Jahr wird mit einem ähnlich hohen Besucheransturm gerechnet.

FREIBURG. Flauschig und strahlend gelb sind die kleinen Küken, die in den vergangenen Tagen im Naturmuseum geschlüpft sind. Die alljährliche Ausstellung "Vom Ei zum Küken" ist ein Publikumsmagnet: Im vergangenen Jahr zog sie rund 23 000 Besucher an. In diesem Jahr wird mit einem ähnlich hohen Besucheransturm gerechnet. Das Naturmuseum hat in diesem Jahr die Ausstellung neu konzipiert, neue Brutschränke angeschafft und Teile des Kükenhauses umgebaut.

Norbert Widemann ist dafür zuständig, dass beim Schlüpfen alles rund läuft. Bereits zum 28. Mal wacht er hingebungsvoll über die Besucherlieblinge. Huhn sei nicht gleich Huhn, so Widemann. "Es gibt viele Rassen, auch bei uns im Museum, in verschiedensten Farben, und nicht nur das bekannte Haushuhn." Seine eigentliche Arbeit beginnt lange vor dem Schlüpfen der Hühnerküken. Seit drei Wochen kontrolliert der Projektleiter die Eier in den beiden Brutschränken. Damit die Schale stets weich und feucht bleibt, muss in den Kästen eine Temperatur von exakt 37,8 Grad und 55 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen.

Widemann übernimmt die Rolle der Ersatzmama gerne. Mit einer Lampe kontrolliert er regelmäßig die Eier, in denen die kleinen Embryos und feine Äderchen zu erkennen sind. Jeden Tag hat er viel zu tun, denn täglich schlüpfen mehrere Küken. Bevor die Küken die Schale aufpicken, werden die Eier für die letzten Tage vor dem Schlüpfen in das oberste Fach des Brutkastens gelegt und nicht mehr bewegt. "Jedes Ei enthält eine kleine Luftkammer, die das Küken mit Sauerstoff versorgt. Geht der zuneige, picken die Kleinen reflexartig mit ihrem Eizahn gegen die Schale und durchbrechen sie", so Widemann. Während sich einige Küken Zeit lassen, scheinen es andere eilig zu haben und machen mit Piepen und Picken auf sich aufmerksam.

Zweifelsfrei stehen die Küken bis 8. April im Mittelpunkt, doch das Museum für Natur und Mensch zeigt in der Ausstellung auch eine Vielzahl anderer Vögel oder Reptilien, die ebenfalls Eier legen. Führungen, Abendvorträgen und Bastelworkshops runden das Angebot ab.

Lange können die geschlüpften Küken nicht im Museum bleiben. Nach zwei Wochen werden die Nestflüchter für das Museum zu groß und müssen abgegeben werden. Silke Stoll, die seit Jahresbeginn die Direktion des Museums innehat, kann aber beruhigen. "Die Eier stammen von regionalen Züchtern, die die Hennen und Hähne auch zu sich nehmen. Dort werden sie ein schönes Leben führen." Nicht zuletzt werden einige von diesen für die Eier und den Nachwuchs der 29. Kükenausstellung im kommenden Jahr mit verantwortlich sein.

"Vom Ei zum Küken": Naturmuseum, Gerberau 32, bis 8. April, Dienstag bis Sonntag und Feiertage 10 bis 17 Uhr. Eintritt für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder und Jugendliche frei. Weitere Informationen: http://mehr.bz/kuek18