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12. Dezember 2008

Das Spiel mit Licht und Form

Stiftung für Konkrete Kunst: Roland Phleps’ neue Arbeiten.

Seit zehn Jahren steht Roland Phleps’ Ausstellungshalle in der Freiburger Pochgasse, in den Berg geschmiegt, von unaufdringlicher, klarer Form, und bietet einen großzügigen, wundervoll belichteten Raum. Immer wieder auch einmal für seine eigenen konkreten Skulpturen aus Edelstahlblech.

Seine Grundformen entwickelt der Neurologe im Ruhestand und bildende Künstler aus der Geometrie. Seit 25 Jahren experimentiert er mit Dreiecken, Rechtecken und Quadraten, Kreisen und Ellipsen, vor allem aber auch mit Formen, denen man ihre geometrische Herleitung kaum ansieht. Aus gegeneinander verschobenen Sinuskurven etwa entstehen Gebilde, die an Blätter erinnern, von Phleps mit einem Schmunzeln als "Zweiecke" bezeichnet. Gerne verwendet er auch sphärische Elemente, etwa Kreissegmente, deren zum Kreismittelpunkt gerichtete Radiuslinien gerundet sind.

Geometrische Formen werden von ihm durch Schnitte geöffnet und Biegungen unterzogen, mitunter um unterschiedliche Achsen. Im Modell und bei kleinen Figuren aus dünnerem Stahlblech kann das von Hand geschehen, bei Skulpturen, die im Freien aufgestellt werden und daher eines stärkeren Blechs bedürfen, muss die Formung maschinell erfolgen. Um dabei freie Torsionen zu erzeugen, muss man die Maschinen "betrügen" – die Werkstücke während der Verformung verschieben. Die Tüftelei und die Kräfte, die hier notwendig sind, sieht man den fertigen Gebilden nicht an: die perfekten Wölbungen und die matten, wechselnd längs oder quer handgeschliffenen Oberflächen scheinen von unendlicher Leichtigkeit zu sein, und sie wecken Assoziationen, die über das Konkrete hinausgehen. Um dem Betrachter das Spiel des Lichts und den sich wandelnden Ausdruck aus verschiedenen Blickwinkeln nachvollziehbar zu machen, montiert Phleps die Skulpturen häufig auf drehbare Grundplatten. Manche von ihnen sind überhaupt für eine Bewegung konzipiert, in die sie durch Motorkraft oder durch den Wind versetzt werden.

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Zu sehen sind Roland Phleps’ Skulpturen auch vielerorts im öffentlichen Raum in Freiburg, aber auch in anderen Städten, unter anderem in Hermannstadt/Sibiu, der rumänischen Geburtsstadt des Künstlers.
– Stiftung für Konkrete Kunst, Pochgasse 71/73, Freiburg. Öffnung nach telefonischer Vereinbarung, Tel. 0761 / 5 41 61.

Autor: Ulrike Düwell