Anregender Kunst-Marathon

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Sa, 25. November 2017

Ausstellungen

Regionale 18 zeigt in 18 Häusern zwischen Basel und Straßburg Arbeiten von 190 Kunstschaffenden.

Neue Leiterin, neue Grafik, neue Website: Es hat sich einiges geändert bei der Regionale 18. Eines aber ist gleich geblieben: Die trinationale Schau vom 25. November bis 7. Januar ist ein großes Schaufenster für die kreative Kunstszene des Dreiländerecks. So viele Künstlerinnen und Künstler wie schon lange nicht mehr beteiligen sich an der aktuellen Ausgabe des grenzüberschreitenden Projekts. 190 Kunstschaffende sind mit Arbeiten in 18 Häusern zwischen Basel, Weil am Rhein, Freiburg und Straßburg vertreten.

800 Dossiers sind eingereicht worden, fast 200 mehr als im vergangenen Jahr. "Man merkt, dass die Regionale eine hohe Resonanz findet", sagte die neue Geschäftsführerin Fabienne Blanc bei der Medienkonferenz im Ausstellungsraum Klingental in Basel. Eine wichtige Rolle spielen auch Vernetzungen, zum Beispiel mit dem Festival Culturescapes.

Sieben Positionen versammelt der Basler Ausstellungsraum Klingental, der sich der Frage widmet: Wie lassen sich Informationen, Wissen, Geschichte und Material speichern? Zu sehen sind Video-Arbeiten über das Ausloten und Auswerten von scheinbar wertlosem Material und Abfalldingen, aber auch Malerei auf Leinwand mit sozialen und politischen Inhalten sowie konzeptuelle Kunst, die sich mit Worterfindung, Schrift, Sprache beschäftigt. In der Kunsthalle Basel sind 150 Werke von 46 Künstlern unter einem Dach versammelt. Die Vielzahl der Medien schafft eine besondere Wahrnehmung beim Durchschreiten der Ausstellungsräume. Figuren, die sich anschauen, und viele Tiermotive sind unter den gezeigten Objekten. Im Kunsthaus Baselland in Muttenz entstehen räumliche Verbindungen und Zusammenhänge zwischen den beteiligten 22 Künstlern. Video, Fotografie, Werke aus verschiedenen Materialien wie Keramik, Eisen, Textil oder Holz schaffen einen besonderen Parcours.

Im Haus der elektronischen Künste in Basel setzen sich die Teilnehmer mit Fluch und Segen der digitalen Techniken und neuen Medien auseinander. Zu sehen sind spannende Arbeiten, die in formal-ästhetischer Art oder unter sozialem und politischem Aspekt das digitale Zeitalter reflektieren. Die Künstler zeigen auf, dass die digitale Revolution nicht nur Positives in der Gesellschaft bewirkt hat.

Die Architektur ist die Basis in der Kunsthalle Palazzo in Liestal, wo sich die Architektur des Hauses in vielen Werken spiegelt. Der Kunst Raum Riehen bringt 20 Positionen zusammen, in denen nahezu alle Medien vertreten sind. Der Titel "abattre les murs" bezieht sich auch auf die zunehmenden Nationalismen, drohenden Mauern, Abschottungen und Isolationen, zu denen die Künstler mit ihrer grenzüberschreitenden Offenheit deutliche Gegenpositionen setzen.

Die Städtische Galerie Stapflehus in Weil am Rhein stellt das Künstlerduo Sylvia T. Verwick und Frédéric Letellier in den Blickpunkt, das eine Audio-Video-Installation präsentiert und mit Arbeiten von vier weiteren Künstlern in Dialog tritt. Im Projektraum M 54 in Basel geht es um das Thema Archiv und Sammlung und auch um die Gefahren, die in einem Archiv bestehen. Die Künstler holen Gegenstände aus Natur, Kunst, Erinnerungen aus dem ursprünglichen Kontext heraus. Die Basler Cargo Bar zeigt Künstler, die schon einmal an diesem besonderen Kunst-Ort am Rhein ausgestellt haben. Die Ausstellung in der Fabrik Culture in Hégenheim kreist unter dem poetischen Titel "Wenn ich die Rosen wachsen sehe" um den Gedanken, wie uns Natur heilt und was sie uns lehren kann.

La Kunsthalle Mulhouse untersucht Themen und Begriffe wie "Böden, Mauern, Risse" und geht dabei wie beim archäologischen Ausgraben vor, um Spuren freizulegen. Unter dem Titel "Videotown" präsentiert "Accélérateur de Particules" in Straßburg einen spannenden Video-Parcours durch die Stadt, sogar Video im Taxi. Das Kunsthaus L 6 in Freiburg teilt sechs Positionen über die Wahrnehmung von Raum auf drei Räumlichkeiten auf, die städtische Galerie, die Garage und die Künstlerwerkstatt. Um organische Prozesse, Strukturen und Veränderungen geht es im Kunstverein Freiburg und das Freiburger T66 Kulturwerk bringt drei unterschiedliche Positionen aus der Schweiz. Ein anregender Kunst-Marathon in drei Ländern wartet auf die Kunstfreunde.

Regionale 18: bis 7. Januar. Vernissagen am 25. November, im Weiler Stapflehus Weil, 17 Uhr, im Kunst Raum Riehen 11 Uhr, Ausstellungsraum Klingental Basel 20 Uhr

Eine Terminübersicht zur Regionale 18 unter http://mehr.bz/regionale18