Vielfalt in Material und Formensprache

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Sa, 27. Januar 2018

Ausstellungen

Künstler aus dem Kreis Lörrach im "Grand Salon" in Bad Säckingen.

Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 800 Besucher haben bisher den "Grand Salon" in der Bad Säckinger Villa Berberich gesehen. Ein Indiz dafür, dass diese kuratierte und jurierte Ausstellung mit Malerei und Skulpturen von 70 internationalen Künstlerinnen und Künstlern als eine Art "Qualitätssiegel für gute Kunst" gilt. So bezeichnet es Kuratorin Elena Romanzin im Katalog zu der vierten Auflage des Salons, der in Themenräume für Genremalerei, Surrealismus, Hyperrealismus, Symbolismus, Stillleben, Landschaft, Porträt und abstrahierte Malerei aufgeteilt ist und die Genres der klassischen Malerei abdeckt.

Unter den beteiligten Künstlern finden sich zehn aus dem Landkreis Lörrach. Im Themenraum Surrealismus entdeckt man das Ölbild "Der Ballsaal der Schöpfung" von Thomas Bossert aus Lörrach. Der Maler, der von der Wiener Schule des Phantastischen Realismus beeinflusst ist, entwirft eine utopische Traumvision und Fantasiearchitektur. In der Kategorie Stillleben und Hyperrealismus zieht das Bild "Pause" von Marga Golz die Blicke auf sich. Die Lörracher Malerin, die auch Jurymitglied ist, zeigt in diesem hyperrealistisch präzise gemalten Bild eine alte braune lederne Aktentasche, die in einer grauen Ecke abgestellt ist. Das weiche, abgewetzte Leder, der Griff, alles ist bis ins Detail akribisch gemalt.

Im Bereich Porträtmalerei fällt ein Musikerbild von Jörg Heitz aus Weil am Rhein auf. In knalligen Pop Art-Farben stellt er den Bassisten Michael Balzary von der Funkrockband Red Hot Chili Peppers in Action dar. Unter den Landschaften bezaubert die Impression "Frühlingswald" von Insa Hoffmann aus Kandern. Sehr schön atmosphärisch wirkt der Blick in den Wald, mit schmalen Bäumen und lichtem Grün, flirrend durch das hereinfallende Licht und die Schatten. Auch Gerhard Hanemann aus Weil-Ötlingen, der ebenfalls zur Jury gehört, greift das Motiv Bäume auf. Geheimnisvoll und poetisch ist seine Serigraphie auf Plexiglas mit abstrahierten hellen Baumsilhouetten und schwebend herabfallenden Blättern. Auch im Raum mit abstrahierter Malerei sind zwei Künstlerinnen aus der Region vertreten: zum einen Elke Aurich aus Grenzach-Wyhlen mit dem Bild "Relaxtion", in dem sie mit nuancierten Farben, Flächen, Linien und Strukturen eine subtile und vielschichtige Komposition geschaffen hat. Zum anderen Ellen Mosbacher aus Lörrach mit der haptisch und sinnlich wirkenden Arbeit "See me, feel me, touch me".

Vielfalt in Material und Formensprache herrscht auch bei den Skulpturen. Das reicht von der vieldeutigen, aus metallenen Teilen geschweißten Arbeit "Körper und Geist" von Veikko Peter aus Lörrach bis zu den klassisch figürlichen Bronzen von Manfred Schmid aus Rheinfelden, der eine Ballerina in Tanzpose und eine Artistin im Ring modelliert hat. Von Ulrich Wössner aus Weil, der in der Tradition der Objets trouvés mit Fundstücken aus der Umgebung arbeitet und diese zu neuen Kunstobjekten verwandelt, sieht man eine aus Holzstücken zusammengesetzte hohe rote Stele.

Grand Salon: bis 18. Februar, Mi, Do, Sa und So, 14 bis 17 Uhr,Villa Berberich Bad Säckingen, Kuratorenführung: 17. 2., 15 Uhr.