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18. Mai 2017 06:47 Uhr

Auswählen und üben

Tipps für E-Bike-Einsteiger: So gelingt der Umstieg

Ob Pedelec, E-Bike oder S-Pedelec, die elektronischen Alternativen zum klassischen Fahrrad sind für viele interessant. Doch beim Kauf und der Nutzung sollten einige Dinge beachtet werden.

  1. Wer vom normalen auf ein motorunterstütztes Rad umsteigt, sollte sich zunächst mit dem neuen Gefährt vertraut machen, etwa bei Trainingsangeboten. Foto: Caroline Seidel (dpa)


Wer vom normalen auf ein elektrisches Rad umsteigt, sollte ein paar Dinge beachten. Das gilt schon vor dem Kauf. Denn es gibt drei übergeordnete Möglichkeiten: Das Pedelec, bei dem man selbst treten muss, unterstützt bis 25 Stundenkilometer. Es fährt auch schneller, dann schaltet sich der Motor aber automatisch ab. Oder ein S-Pedelec, das als Kleinkraftrad bis zu 45 Stundenkilometer elektrisch mithilft. Dritte Alternative ist das E-Bike, ein Kleinkraftrad, das ohne Treten nur durch den Motor bis 20 Stundenkilometer fahren kann.

Gerade im Pedelecbereich muss noch weiter differenziert werden. "Man muss sich klar werden, was man will: Ein sportliches Mountainbike, ein Trekkingtourenrad für lange Strecken oder ein für die Stadt geeignetes Urban-Bike", zählt David Eisenberger vom Zweiradindustrieverband (ZIV) einige Möglichkeiten auf.

Die Vielfalt ist groß, und längst sind es nicht nur Senioren, die Pedelec fahren. Wie eine Umfrage der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigt, sind 39 Prozent der Befragten jünger als 60 Jahre. Für diese Personengruppe ist es vor allem wichtig, schnell zum Zielort zu gelangen, zum Beispiel zur Arbeit, ohne zu schwitzen.

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Für alle Varianten aber gilt: "Wenn man vom klassischen Fahrrad auf eine Elektrovariante umsteigt, sollte eine Probefahrt beim Händler vereinbart werden", so Felix Lindhorst vom Bundesinnungsverband für das Deutsche Zweiradmechanikerhandwerk (BIV). Denn das Fahrverhalten beim Bremsen und in Kurven sei für Neulinge gewöhnungsbedürftig. Eine Auseinandersetzung mit dem Produkt hält Eisenberger für sinnvoll: "Solche Räder sind aufgrund des Gewichts von Motor und Akku bis zu zehn Kilogramm schwerer als normale Fahrräder. Daran muss man sich gewöhnen."

Die Motoren sind entweder vorn in der Nabe (Frontmotor), beim Gepäckträger oder in der Hinternabe verbaut (Heckmotor). Mittelmotoren sind am Sattel- oder Unterrohr angebracht. Diese Variante empfiehlt Eisenberger, weil sich so die Balance ideal verteile und das beste Gewichtsverhältnis entstehe. Die Motorunterstützung kann im ersten Moment überraschend ungewohnt sein: Je nach verwendetem Sensortyp und den Regelungskomponenten sei die Trittunterstützung mehr oder weniger gut dosierbar. "Besonders beim Anfahren oder unterstütztem Fahren mit kleinen Geschwindigkeiten können andere Fahreigenschaften auftreten", erklärt Christopher Gerhard vom Bundesanstalt für Straßenwesen. Am Berg werden zum Beispiel höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten erzielt, und insgesamt verschiebe sich das Geschwindigkeitsprofil bei elektrischer Tretunterstützung leicht nach oben. "Man sollte beim Händler und dann in wenig belebten Bereichen üben und nicht gleich bei Berufsverkehr durch Frankfurt fahren", rät Eisenberger.

Wer auf ein Pedelec bis 25 Stundenkilometer umsteigt, muss rechtlich nichts beachten. "Es wird wie ein Fahrrad eingestuft, so dass kein Führerschein, Nummernschild oder eine Pflichtversicherung benötigt werden", sagt Gerhard. Auch die Regeln der Straßenverkehrsordnung sind die selben.

E-Bikes und S-Pedelecs gelten als Kleinkrafträder. "Sie werden wie Mofas behandelt", so Lindhorst. "Man darf sie mit einem Führerschein der Klasse M bewegen, man benötigt ein Versicherungskennzeichen und darf keine Fahrradwege benutzen." Eine Helmpflicht besteht für Pedelecs und E-Bikes nicht. "Für S-Pedelecs hingegen schon. Aufgrund der erhöhten Geschwindigkeit von bis zu 45 Stundenkilometer fordert der Gesetzgeber verpflichtend einen Helm", sagt Felix Lindhorst vom BIV.

Eine Alterbeschränkung für Pedelecs gibt es nicht. Dagegen muss mindestens 15 Jahre alt sein, wer ein S-Pedelec oder E-Bike fahren will.

Autor: Diana Pfister (dpa)