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09. August 2016

"Das wird sicher ganz spannend"

Cedric Schamberger aus Bamlach nimmt an einem Patenschafts-Programm teil und fliegt morgen für ein Jahr in die USA.

  1. Cedric Schamberger geht im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts- Programms in die USA Foto: Jutta Schütz

BAD BELLINGEN-BAMLACH. Für Politik interessiert sich Cedric Schamberger (16) aus Bamlach schon länger. So fliegt der Schüler der 11. Klasse des Markgräfler Gymnasiums in Müllheim morgen, Mittwoch, 10. August, in die USA, nach Michigan. Er nimmt am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestags und des US-Kongresses teil, über das junge Deutsche und Amerikaner jeweils fast ein Jahr lang das andere Land als Mitglied einer Gastfamilie erleben.

Die Patenschaft übernimmt ein Bundestagsabgeordneter: In Cedric Schambergers Fall ist dies der Lörracher Abgeordnete Armin Schuster (CDU). Plymouth heißt der Ort in Michigan in der Nähe von Detroit und des Erie-Sees, an "den es mich verschlagen hat", schmunzelt Cedric. Wohin man im Rahmen des Patenschafts-Programms kommt, das ist nämlich offen. "Es kann sein, dass man nach New York oder Los Angeles geschickt wird, was sich natürlich viele wünschen, oder dass man eher ländlich in einer amerikanischen Familie untergebracht wird", erklärt der Schüler. Am liebsten wäre er in einen New-England-Staat wie Rhode Island gegangen. "Jetzt bin ich in der Nähe der Großen Seen – das wird sicher auch ganz spannend", sagt er.

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Von dem Programm hatte er über einen Schüler gehört, der bis zu diesem Jahr in den USA war. "Ich wollte immer schon in meiner Schulzeit nach Neuseeland oder in die USA. Beim PPP ist es gut, dass etwa die Kosten für die Unterbringung in der Familie, in der ich sein werde, vom Bundestag getragen werden; natürlich muss man auch rund 4000 Euro als eine Art eigenes Taschengeld mitnehmen", erklärt Cedric. Als Patenschüler eines Bundestagsabgeordneten wird er die deutsche Kultur in seiner Gastfamilie repräsentieren und aus den USA über seine Erfahrungen berichten. Cedric forderte im vergangenen Jahr die Unterlagen an. Im November 2015 fand ein Auswahlwochenende statt, bei dem sich aus drei Wahlkreisen, so auch aus dem Wahlkreis Lörrach-Müllheim, Kandidaten ihren Bundestagsabgeordneten vorstellten. Nach einem Gespräch mit Armin Schuster war klar, dass Cedric Schamberger zu den 265 jungen Leuten gehören wird, die 2016/17 in die USA fliegen. "Fast ein Jahr, bis zum nächsten Sommer, besuche ich dann eine High School in Plymouth. Von meiner Familie weiß ich, dass sie schon mehrere Schüler als Gast hatte und dass die Tochter der Familie Ann-Claire heißt und ungefähr so alt wie ich ist", zählt er auf. Von den Gasteltern weiß er, dass sie sich freuen, sich über so ein Porgramm "einmal eine andere Kultur nach Hause zu holen", sagt er.

Gereist ist Cedric schon immer gern. "Politik finde ich spannend, besonders Umwelt- und Energiepolitik – da ticken die USA ja oft anders", weiß er. Spannend sei für ihn auch, dass er dann in den USA sein wird, wenn dort ein neuer Präsident gewählt wird. Der Schüler hat sich bereits in Fachbücher eingelesen, die über das Leben in den USA berichten, und weiß, dass man sich als Ausländer "schön zurückhalten soll, was den amerikanischen Wahlkampf und die Bewerber ums Präsidentenamt angeht", sagt er. Die Programmteilnehmer sind so etwas wie Jugendbotschafter; "von uns werden auch regelmäßige Rückmeldungen über unsere Erfahrungen erwartet", weiß er.

Wie man vor Ort Kontakte mit Gleichaltrigen knüpft, das hat er schon erkundet. "Man wird am besten Mitglied einer Society, eines Clubs", hat er herausgefunden. Da es in Michigan viele Musikvereine gibt, sieht er schon den ersten Ansatzpunkt, denn Cedric spielt im Musikverein. Was er noch weiß: "In Michigan können Tornados auftreten; da finden in den Schulen regelmäßig Notfallübungen statt."

Und das Thema Heimweh? "Glaub‘ ich eher nicht. Wenn man sich bei der Gastfamilie wirklich wohlfühlt und einbringt", sagt Cedric. Vielleicht fliegen seine Eltern nächstes Jahr in die USA: Aber erst, wenn sein offizielles PPP-Jahr "rum ist", wie Cedric gleich bremst.

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm gibt seit 1983 jedes Jahr Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu Gast in Deutschland. Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten (Quelle: Deutscher Bundestag).

Autor: Jutta Schütz