Gediegener Rückzugsort für die Gäste

Michael Behrendt

Von Michael Behrendt

Do, 06. September 2018

Bad Bellingen

BZ-SERIE DER BESONDERE GARTEN (8): Zum Gästehaus Panorama in Bamlach gehört ein Garten mit Teich, in dem Kois schwimmen.

BAD BELLINGEN-BAMLACH. In vielen Gärten, Balkonen und Terrassen stecken jede Menge Arbeit, Herzblut und Kreativität. Kleine Paradiese entstehen so, die jedes für sich etwas Besonderes haben – manche sind öffentlich zugänglich, viele bleiben jedoch verborgen. Die BZ stellt einige dieser grünen Oasen vor. Heute geht es in den Garten des Gästehauses Panorama in Bamlach.

Betritt der Besucher das Gästehaus Panorama an der Salzbrunnenstraße in Bamlach, geht durch den Empfangsbereich und tritt hinter dem Haus auf die obere Terrasse, fallen ihm sofort zwei Dinge auf: die imposante Aussicht über die unterhalb des Gartens liegenden Dächer hinweg nach Westen in Richtung Frankreich, die bisweilen eindrucksvolle Sonnenuntergänge bietet, und der im unteren Bereich des Gartens liegende Teich mit einem Steg, der zu einer weiteren Terrasse aus Holz führt, wo sich die Gäste des Hauses gemütlich niederlassen können.

Martin (50) und Gabi Hugenschmidt (47), die Besitzer und Betreiber des Gästehauses, haben hier seit dem Jahr 2005, als sie das Haus übernahmen, einen rund 500 Quadratmeter messenden Rückzugsort für ihre Gäste geschaffen, der sich sehen lassen kann. Der Garten wirkt aufgeräumt – alles hat seinen Platz. Gediegenheit herrscht vor. Er ist etwas ganz anderes als etwa die wild-romantischen Bauerngärten, die man im Markgräflerland finden kann. Aber nicht weniger attraktiv. Geschmackssache eben.

Den Garten, der sich seit 2005 stark verändert hat, wie die Hugenschmidts berichten, ist rundum eingefasst von einer Kirschlorbeerhecke. Außerdem umläuft ihn eine Granitsteinmauer, die dafür sorgte, dass eine ebene, große und dichte Rasenfläche entstehen konnte. Wie überhaupt Steine eine nicht unwesentliche Rolle in dem Garten spielen. Kalkschotter, Granitschotter und Bruchsteine aus einem alten Haus in Bamlach bestimmen dessen Optik mit. Und sie sorgen mit dafür, dass der Garten gewissermaßen pflegeleicht ist.

Von der oberen Terrasse führt ein stufiger Weg durch einen terrassenförmig angelegten kleinen Hang hinab zum Rasen und zum Teich. Der ist – ausgestattet mit Steg und jener hölzernen Terrasse, auf der Gartenbestuhlung zum Verweilen einlädt – Mittelpunkt und Blickfang Nummer eins des Gartens. In dem Teich schwimmen 15 Kois, jene besondere, aus Japan bekannte Zuchtform des Karpfens. Die Fische, darunter in der Tat einige Brummer, hat Martin Hugenschmidt nach und nach angeschafft. Die sind zur Zierde das Gartens, erzählt er. Aber nicht nur: Sie haben was beruhigendes, beinahe meditatives, wenn man sie eine Weile, so ruhig dahingleitend, beobachtet. Beim Füttern geht es allerdings lebhafter zu.

Ein Unter-Wasser-Video per Handy

Die Hugenschmidts haben dazu übrigens eine Anekdote zu berichten: Der inzwischen 18-jährige Sohn David hat vor Jahren mal per Handy ein kurzes Unter-Wasser-Video von den Kois gedreht – und dieses zudem mit Musik unterlegt.

Eine Filteranlage hält das Wasser sauber. Es wird vom Teich in die etwas abseits stehende Anlage hochgepumpt, gefiltert, und von dort fließt es in einem kleinen Bachbett zurück in den Teich. Ein geschlossenes System. Bei Bedarf fließt von außen Wasser zu.

Ein wesentliches Element im Garten des Hauses Panorama ist außerdem ein großer Pfirsichbaum, der bereits zweimal umgepflanzt werden musste. Dennoch trägt er regelmäßig Früchte, die zu Frühstücksmarmelade für die Gäste des Hauses verarbeitet werden. Vor 18 Jahren hat der inzwischen 21-jährige Sohn Dominik von seinem Opa einen Pfirsich bekommen. Den Kern hat er nach dem Pfirsichgenuss in einem Schrebergarten verbuddelt. Daraus wuchs der inzwischen stattliche Baum, den Dominik nach wie vor pflegt, wie die Eltern berichten.

Eine Zierde des Garten sind auch etliche über die Fläche verteilte Rosenstöcke, die alle ihre eigene Geschichte haben, wie Gabi Hugenschmidt erzählt. Ein Exemplar stamm von einer inzwischen guten Freundin, die in Lübeck wohnt. Sie war einst in Bamlach in Urlaub, und anlässlich eines gemeinsamen Einkaufs bekamen die Hugenschmidts den Rosenstock geschenkt.

Und dann gibt es noch auf einer Seite des Gartens einen Torbogen, durch den hindurch man den Garten ebenfalls betreten kann. Das sei ihr persönliches Martinstor, sagt Gabi Hugenschmidt augenzwinkernd und in Anspielung auf den Vornahmen ihres Gatten. Noch allerlei weitere Flora in dem Garten ist zu bewundern, etwa ein Rot-Ahorn, ein Geschenk der Schwiegereltern von Gabi Hugenschmidt zum damaligen Einzug. Und auf der oberen Terrasse stehen einige Tontöpfe. In denen hat Gabi Hugenschmidt zum Beispiel von der Amalfiküste stammende Zitronensträucher sowie einen selbst gezogenen Chilistrauch aus Thailand gepflanzt.

Bleibt schließlich noch der Rasen. Geht man darüber, fühlt es sich an, als laufe man über einen Luxusteppich. Sattgrün ist er und hat die Hundstage im August offenbar bestens überstanden. Eine eingebaute Beregnungsanlage mit 13 Regendüsen, wie Martin Hugenschmidt betont, hat mit dafür gesorgt. Ursprünglich war das ein Rollrasen. Inzwischen ist er fest mit dem Untergrund verwachsen, macht aber nach wie vor viel Arbeit.