500 Schüler suchen passende Arbeit

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Mo, 13. November 2017

Bad Krozingen

Auf der 25. Jobstartbörse in Bad Krozingen informierten sich auch französische Berufsanwärter / Weiter großes Interesse an Polizei.

BAD KROZINGEN. 500 Berufsanwärter auf der Suche nach einer passenden Zukunftsperspektive: Am Freitag hatten die Schüler die Wahl auf der Jobstartbörse in Bad Krozingen. Zum 25. Mal bot sich hier die Möglichkeit, sich im direkten Gespräch mit Arbeitgebern ein Bild vom jeweiligen Anforderungsprofil zu machen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Mitbegründer und Ex-Realschulrektor Albert ter Wolbeek, der nun seinen Ausstieg ankündigte: "Die Jobstartbörse geht natürlich weiter."

Diesmal wuselte auch eine Schülergruppe aus dem französischen Volgelsheim durch das Messeforum in der Sporthalle am Südring. "Vier Jahre haben wir daran gearbeitet, dass das klappt", sagte ter Wolbeek. Es sei eine bilinguale Klasse, die Schüler haben Deutsch als erste Fremdsprache, Englisch lernen sie jedoch auch, berichtete eine der Pädagoginnen, die die 30-minütige Fahrt mit den Schulabgängern über die Grenze angetreten haben. Einer der Schüler, Elia, weiß mit seinen zwölf Jahren schon genau, was er werden will, nämlich sich im Bereich Elektronik selbständig machen. Er habe gute Zensuren, strebe ein IT-Studium an. Quasi das Hobby zum Beruf machen, meinte er.

Eigeninitiative wird auch bei der Bundespolizei geschätzt, wo eine ehemalige Realschülerin, Milena aus Ehrenkirchen, den Schülern Rede und Antwort stand. Albert ter Wolbeek war ein wenig stolz darauf, dass es auf der Jobstartbörse nach 25 Jahren Ausbilder gibt, die das Rüstzeug in seiner Realschule bekommen haben. Die junge Polizeischülerin hatte hier vor vier Jahren am Stand der Bundespolizei den ersten Kontakt geknüpft. "Es ist mein Traumberuf, ich will in die gehobene Laufbahn, am liebsten als Diensthundeführer", erklärte sie. Volker Gleichfeld vom Ressort Einstellungsberatung an der Bundespolizeiakademie in Freiburg stellt seit einigen Jahren schon ein großes Interesse am Polizeidienst fest, und legte mit Nachwuchskraft Milena sogar eine Sonderschicht auf der Jobstartbörse ein: "Wir sind total ausgebucht, sowohl Haupt- und Realschüler als auch Gymnasiasten haben Interesse, das liegt wohl an der allgemeinen Sicherheitslage", schätzte er.

Die Zukunft im Blick hat auch Gavin von der Hebelschule in Schliengen. Er setzt auf einen Studiengang in Klimatechnik. Das ist seines Erachtens ein Markt mit Potenzial. Gavins Klasse kam mit Lehrerin Christine Aniol, und die war voll des Lobes für die ausgefeilte Organisation der Bad Krozinger Jobstartbörse, die gemeinsam von der Realschule mit dem Gewerbeverband und der AOK Krankenkasse organisiert wurde. Da auch das Interesse an Handwerksberufen gestiegen ist, hat man diesmal den Bau-Bus Baden-Württemberg angefragt. Die Schüler hatten ihren Spaß an diesem Angebot. Besonders beliebt war die Gleichgewichtsübung auf dem Bauboard vor dem Bus, auf dem eine holprige Baustellenfahrt simuliert wurde. Realitätsnah gestaltete auch Markus Petersen am Stand der Schreinerei Federer die Berufspräsentation. Weil, wie er feststellte, die Erwartungshaltung bei vielen Schülern vom Berufsalltag abweicht.

Abweichend vom regulären Jobstartbörsenprogramm gab es diesmal zum Jubiläum noch ein kleines Bonbon für die Aussteller, sie waren zum Mittagessen in der festlich vom Fallerhof eingedeckten kleinen Sporthalle eingeladen.