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12. April 2013

"Einfach mal die Schule vergessen"

Zweitklässler an der Landeck-Schule in Bad Krozingen erarbeiten ein Zirkusprogramm.

  1. Akrobatik am Boden und in der Luft präsentieren Zweitklässler der Landeck-Schule heute Abend zum Abschluss des Zirkusprojekts. Foto: M. Faller

BAD KROZINGEN (mfa). "Einfach mal Schule vergessen" durften die Zweitklässler der Johann-Heinrich-von-Landeck-Schule in Bad Krozingen. Eine Woche lang haben die Kinder unter der fachlichen Anleitung eines Zirkuspädagogen ein buntes Zirkusprogramm erarbeitet. Am heutigen Freitag wird es in der Turnhalle der Landeck-Schule aufgeführt.

Flink zieht sich Julian Heckman an den Seilen hoch und erklimmt das Trapez. Genauso geschwind hängt er die Beine ein, lässt eine Hand los und das Trapez dreht sich. "Das dreht sich ganz automatisch", erklärt der Zweitklässler sein Kunststück am Trapez. "Das nennt sich "die Fahne", erläutert seine Lehrerin Susanne Büche, "wir haben aber auch noch die schwebende Jungfrau im Programm." Was spektakulär aussieht, ist für den Achtjährigen offensichtlich kein Problem. "Das hat von Anfang an gut geklappt", berichtet er. Susanne Büche hingegen weiß, was sie ihren Schülern abverlangt. "Ich habe das selbst mal probiert. Das ist gar nicht so einfach, weil das Trapez ja ständig in Bewegung ist."

Doch die Kinder genießen die neuen Herausforderungen ganz augenscheinlich und sind mit Feuereifer und Spaß bei der Sache. Während die Trapez-Gruppe in ihren farbenfrohen Kostümen noch die Pyramide für das Schlussbild übt, machen die Piraten gerade Trinkpause: Letzte Gelegenheit, die ganze Nummer noch einmal durchzusprechen. "Ich weiß, dass ihr an ganz viel denken müsst", zeigt Ine Wahl, Klassenlehrerin der 2c, Verständnis. "Ihr müsst Piraten sein, eure Übung hinkriegen und an die Choreographie denken." Als sie die Kinder jedoch fragt, ob sie noch einen Durchlauf machen wollen, stimmen die lautstark ihren Schlachtruf "Piraten ahoi" an, fuchteln mit ihrem Holzsäbeln und schwenken die Piratenflagge.

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62 Kinder haben sich in sieben Gruppen fünf Tage lang unter fachlicher Anleitung eines Zirkuspädagogen zum Clown oder Fakir ausbilden lassen, sich für eine Dompteur-Nummer in Raubtiere verwandelt oder das Jonglieren und akrobatische Kunststücke gelernt. "Das ist mal etwas Anderes als Lesen, Schreiben und Rechnen", weiß Susanne Büche. Vor allem etwas, das bleibt. "An die Mathestunden erinnern sich die Kinder später nicht, das Zirkusprojekt werden sie aber bestimmt in Erinnerung behalten", ist sich die junge Lehrerin sicher. Auch auf das Sozialverhalten wirke sich das Zirkusprojekt positiv aus. "Die Kinder lernen sich auf eine andere Art kennen, als nur im Klassenzimmer, und auch wir Lehrer entdecken an den Kindern ganz neue Seiten", freut sich Büche. Ohne die finanzielle Unterstützung durch Kiwanis und die Hilfe der Eltern, die nicht nur in der Gruppenbetreuung unterstützen, sondern auch die Deko, die Bewirtung und eine Tombola für die Aufführung auf die Beine stellen, sei ein solches Projekt jedoch nicht möglich, betont sie. Dass es sich lohnt, daran lassen die leuchtenden Augen der Kinder nicht den leisesten Zweifel.

Info: Das Zirkus-Projekt der Zweitklässler der Landeck-Schule präsentiert sich am heutigen Freitag, 12. April. in zwei Aufführungen. Sie finden um 15.30 Uhr und um 18 Uhr in der Turnhalle der Schule statt. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro.

Autor: mfa