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29. April 2010
Günstig wohnen in Kurstadt
Bürgerforum setzt sich für ausgewogene Bevölkerungsstruktur im Baugebiet "Kurgarten" ein.
BAD KROZINGEN. Wie viel sozialverträglicher Wohnungsbau braucht Bad Krozingen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am Montag. Den Anstoß zur Diskussion kam vom Bad Krozinger Bürgerforum, das den Vorschlag unterbreitete, im künftigen Neubaugebiet "Kurgarten" eine Fläche von 20 Prozent für Mietwohnungen für Bevölkerungsschichten mit geringem Einkommen "freizuhalten".
Ulf Ortner, der den Antrag für das Bürgerforum begründete, stellte eingangs klar, dass seine Fraktion bekanntlich grundsätzlich Bedenken gegen den "Kurgarten" angemeldet habe. Jetzt, wo das Bebauungsplanverfahren aber auf dem Weg sei, sollte ein Augenmerk auch auf den Mietwohnungsbau gelegt werden. Gerade die Mitarbeiter in den Kliniken seien an solchen Wohnungen in ihrem Arbeitsort interessiert. "Nicht jeder kann sich ein eigenes Häuschen leisten." Ein "familienfreundliches Bad Krozingen" habe zugegeben seinen Preis – günstigeres Bauland schmälere die Einnahmen der Stadt bei der Vermarktung der Grundstücke. Doch wer sich ein Neubaugebiet für 1000 Neubürger auf die Agenda setze, der müsse sich Gedanken um eine "ausgewogene Bevölkerungsstruktur" machen, findet Ulf Ortner.Werbung
"Hört sich gut an," urteilt FDP-Chef Bernd Scherer über den Vorschlag des Bürgerforums. Nur: Das Probleme komme erst bei der tatsächlichen Umsetzung. Noch sei es zu früh, Pflöcke einzuhauen. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen sei, sollte sich der zuständige Ausschuss mit dem Thema befassen. Bernd Scherer fand keinen Gefallen an dem Vorschlag, starr 20 Prozent für den Mietwohnungsbau auszuweisen.
Bürgermeisterstellvertreterin Sabine Pfefferle (CDU) erinnerte an die aktive Grundstückspolitik der Stadt Bad Krozingen, die "in Richtung soziale Familienpolitik" ziele. Die Festlegung auf eine Prozentmarke im "Kurgarten" käme auch für sie jetzt zur Unzeit. Grundsätzlich wünscht sich auch die SPD preisgünstigen Wohnraum. Fraktionschef Peter Falk könnte sich vorstellen, 2012/13 umsetzungsreife Beschlüsse zu fassen.
Ein "reines Villenviertel" kommt auch für Bürgermeister Meroth im "Kurgarten" nicht in Betracht. Seinem Vorschlag, im Baugebiet Flächen für sozialverträglichen Wohnungsbau ohne nähere Prozentangabe zu nutzen, folgte der Gemeinderat.
Autor: Markus Donner
