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16. November 2009
Lokale Agenda fühlt sich von der Stadt übergangen
Der Verkauf des "Ganterhauses" ohne Rücksprache mit dem Arbeitskreis "Bürgertreff" beschädige bürgerschaftliches Engagement
BAD KROZINGEN. Als "Diffamierung des ehrenamtlichen Engagement" wertet der Arbeitskreis"Ganterhaus" der Lokalen Agenda die überraschende Veräußerung der städtischen Immobilie in der Gartenstraße. Mit einem Federstrich sei der Einsatz der Agenda für einen Bürgertreff im Bad Krozinger Zentrum zunichte gemacht worden. Die Form, wie Bürgermeister Meroth in der Bürgerversammlung zum "Ganterhaus" Stellung bezogen habe, sei nicht akzeptabel.
Der Arbeitskreis "Bürgertreff" der Lokalen Agenda hätte mit der Stadt intensive Gespräche über die Nutzung des "Ganterhauses" geführt. Dann habe über länger Zeit Funkstille geherrscht. Umso mehr überraschte die Nachricht vom Verkauf des Gebäudes. Ein kleiner Zettel an einem Fenster des "Ganterhauses", der eher zufällig entdeckt worden sei, machte auf die Vermietung von Büroräumen in dem Haus aufmerksam. Der Bürgermeister habe es nicht für notwendig empfunden, die Lokale Agenda ins Bild zu setzen. Die Mitglieder des Arbeitskreises legen Wert auf die Feststellung, dass sie nicht die Ratsentscheidung zum Verkauf kritisieren, "sondern die Art und Weise, wie ein längere Zeit bekanntes und gutgeheißenes Projekt ohne öffentliche Diskussion und ohne Hinzuziehung der engagierten Bürger klammheimlich torpediert wurde". Hieraus könne leicht der Eindruck entstehen, dass aktive Bürgerbeteiligung in Bad Krozingen nicht erwünscht sei. Die ein Jahr andauernde Arbeit der Mitglieder des Arbeitskreises "Ganterhaus" unter Einbindung fachkundiger Bürger habe keine Würdigung erfahren.
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Nach dem Abbruch des "Badischen Hofs" habe die Lokale Agenda 21 in einem Bürgergutachten 2007 die Forderung erhoben, im Zentrum von Bad Krozingen einen Treffpunkt für Vereine und Gruppierungen zu schaffen. So wurde ein "Arbeitskreis Bürgertreff" ins Leben gerufen, der unter anderem eine Umfrage zum Raumbedarf initiierte.
Zusammen mit der Stadt sei dann auch das "Ganterhaus" inspiziert worden. Die Verwaltung habe dargelegt, dass derzeit von ihr keine Planungen für das Gebäude entgegenstünden. Daraufhin sei die Sanierung des Gebäudes mit entsprechender Zweckausrichtung geprüft worden. Die Investition sollte maximal 500 000 Euro betragen. Mit einem jährlichen Zuschuss von maximal 30 000 Euro seitens der Stadt sollte der Betrieb des Bürgertreffs gefördert werden. Statt Substanz zu mehren, habe die Stadt nun "Tafelsilber" verkauft, so der Vorwurf.
Autor: Markus Donner
