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31. August 2012

Wenn der Hund zu nahe kommt: einfach spucken

"Agenda 21 Bürger für Bad Krozingen" beschäftigt sich mit dem Thema Zivilcourage / Reflexion heißt das Zauberwort.

  1. Tipps gab’s auf Wunsch der Teilnehmer, die zum Agenda-Themenabend gekommen waren, zu richtigen Umgang mit Hunden. Foto: Michael Bamberger

BAD KROZINGEN. "Nein, nein, er tut nix." Klar, er will nur spielen mit uns. Das ist die klassische Antwort von Hundebesitzern. Doch auf den edlen Charakter eines vermeintlich harmlosen Vierbeiners will sich nicht jeder verlassen. "Ich habe immer ein Pfefferspray dabei, auch beim Joggen", gesteht eine Teilnehmerin beim Agenda 21-Themenabend im Kursraum des Bildungszentrums Beruf und Gesundheit.

"Gut so", fand die Joggerin Zustimmung bei Mark Bottke, der die Problematik für die Agenda 21 beleuchtete. Bottke ist Coach und gibt Präventionskurse für den Verein "Sicheres Freiburg". Da lernte ihn auch Agenda-Mitglied Josef Bochtler kennen, der den Termin zum Thema Zivilcourage in Bad Krozingen initiierte und damit nun kürzlich eine vorwiegend weibliche Zielgruppe, 50 plus, erreichte. Ein Dutzend Teilnehmerinnen und zwei Herren folgten den Ausführungen des Polizeitrainers, der sein Publikum von Anfang mit einbezog.

Mulmige Gefühle in der Bahnhofsregion

"Warum sind Sie hier, was erwarten Sie sich?" wollte der Konfliktcoach zunächst wissen, um gleich auf die Interessen seiner Zuhörer einzugehen. "Ich traue mich nach dem Kurkonzert in der Dunkelheit nicht mehr alleine durch die Unterführung, auch in der Bahnhofsregion ist mir dann mulmig", bekam Bottke zu hören.

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Unter den Teilnehmern waren auch Bürger, die "schon einmal in Bedrängnis gerieten, wobei dann jedoch nichts passierte." Mit dabei war auch eine Teilnehmerin, die einräumte, dass sie bisweilen schon mal in einen Disput eingreife, sei’s im Zug oder unter angetrunkenen Fußballfans. "Darf man ungefragt seine Meinung mitteilen?" wandte Bottke sich an die Runde. "Nein", lautet seine Antwort: "Das ist eine Grenzüberschreitung." Das Zauberwort heiße Reflektion, so Bottke, womit er erst einmal an eingefahrenen Verhaltensmustern rüttelte. "Wir kennen die Beweggründe der anderen nicht, jeder hat seine eigenen Wertvorstellungen, jeder ein anderes Regelwerk", ließ er wissen, und appellierte an seine Zuhörer, sich nicht ungefragt einzumischen. "Aber es gibt doch die unterlassene Hilfeleistung", erwiderte eine Teilnehmerin. Hier verwies Bottke auf die Empfehlungen der Polizei: Helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Bottke beleuchtete auch den Spagat zwischen Eigen- und Fremdempathie, und empfahl die eigenen Hotspots zu hinterfragen: Warum nervt mich der andere? Warum reagiere ich so? Warum will ich ihn korrigieren? Was tun, wenn einer meine Grenzen nicht akzeptiert? Damit hatte Bottke im anderthalbstündigen Dialog mit den Teilnehmern zwar die Grundlagen zwischenmenschlichen Handelns anhand zahlreicher Praxisbeispiele touchiert, aber noch keine Antworten auf die Fragen seiner Zuhörer geliefert.

Die sollen sie jedoch noch bekommen, sofern sich genügend Teilnehmer für einen Agenda-Kurs mit dem Freiburger Coach finden. Eine Liste mit Interessenten legte Joseph Bochtler nach der Veranstaltung schon einmal an.

Ganz ohne konkrete Hilfe schickte Bottke sein Publikum jedoch nicht nach Hause. Wertvolle Tipps gab es auf Wunsch der Runde zum Umgang mit Hunden: Regel 1: Ruhig stehen bleiben, direkten Blickkontakt vermeiden, warten, bis der Hund weitergeht. Greift der Hund dennoch an: "Versuchen Sie es mit Anspucken, da laufen die meisten davon", so Bottke. Außerdem: Nasenstüber, notfalls versuchen, ein Kleidungsstück um eine Hand zu wickeln und zubeißen lassen, um mit der anderen Hand auf die Nase zu schlagen.

Joseph Bochtlers Tipp: "In den Rachen greifen." Und schließlich die Empfehlung einer Teilnehmerin: "Zischlaute! Schleudern Sie dem Tier ein "Xerxes" entgegen."

Info: Interessenten wenden sich an Josef Bochtler unter Telefon: 07633/14788
Infos zur Arbeit von Mark Bottke gibt es im Internet unter http://www.take-mabo.de

Autor: Susanne Müller