Caritativ ins Mittelalter

Ralph Fautz

Von Ralph Fautz

Di, 29. Oktober 2013

Bad Säckingen

Musiker besuchen die Seniorenheime in der Region.

BAD SÄCKINGEN/WEHR. Gevatter Tod ist auch im Altenheim eigentlich kein gerne gesehener Gast. Eigentlich, denn am Samstagmittag, als er mit der Band "Skadefryd" im Pflegeheim der Bürgerstiftung Wehr mittelalterliche Musik machte, bejubelten Angehörige und Heimbewohner ihn und seine Musikerkollegen. Für die Spielleute des Mittelalterstammtisches Hochrheyn Bad Säckingen war es die Auftaktveranstaltung zu einer caritativen Tour.

Ritter und Burgen besangen die authentischen Spielleute ebenso wie Marktfrauen, Kinder und Troubadoure. Der Saal im Pflegeheim an der Wehrer Höfstraße war in Gedanken schnell einem mittelalterlichem Marktplatz oder einem Piratenschiff aus jener Zeit gewichen. Es brauchte keine große Bühne oder gigantische Verstärker, um die Heimbewohner zu begeistern: Gitarre, Laute, Trommel und Rassel reichten, um die verschiedenen Stimmen zu ergänzen. Titel wie "Männer mit Bärten" oder "Was sollen wir trinken" ließen so ziemlich jeden mit klatschen.

Skadefryd, das ist norwegisch und bedeutet – wie es die Aussprache erahnen lässt – auf Deutsch Schadenfreude. Der Name ist allerdings nicht Programm, sondern die Lust nach dem Außergewöhnlichen dürfte im Vordergrund gestanden haben. Das Quartett mit seinen wechselnden Kostümen aus dem siebten bis ins 15. Jahrhundert besteht neben aus dem Vorsitzenden des Stammtisches, Günter Butz, aus Andrea Griesser, Frank Hausin und als Gevatter Tod, mit Blick auf die im Mittelalter grassierende Pest, Thomas Reinacher. Letzterer moderierte durch den Auftritt und entführte den Saal zum Schluss nach Schottland. Mit der Hymne "Loch Lomond" verabschiedete sich die gesellige Truppe. Den nächsten Auftritt hat sie im Murger Sankt Vinzentius Pflegeheim am 23. November.