Ein Meer aus Farben, Formen und Ornamenten

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 11. September 2012

Bad Säckingen

Ausstellung mit Werken zeitgenössischer Künstler zeigt den Facettenreichtum Japans / Kunstsammler bietet Führungen an.

BAD SÄCKINGEN. Zen-Gärten, Kimonos, Kalligrafien, Tempel, Bambus, Tuschmalereien, geheimnisvolle Schriftzeichen: Es gibt vieles, was Künstler an Japan interessiert. Welchen Einfluss fernöstliche Strömungen auf die zeitgenössische europäische Kunst haben, zeigt eine am Sonntag eröffnete Ausstellung des Kunstvereins Hochrhein, die auf enormes Interesse und große Bewunderung stieß: "Faszination – Japan – Inspiration".

Entstanden ist diese facettenreiche und ästhetisch präsentierte Schau mit Malerei, Graphik, Plastiken, Textilarbeiten und Assemblagen in Zusammenarbeit mit den Deutsch-Japanischen Gesellschaften Bad Säckingen und Passau. Die Idee und Konzeption stammt von Sibylle Rauscher, Präsidentin der Passauer Gesellschaft und große Japan-Kennerin, die die Ausstellungsräume maßgeblich gestaltet hat. Sie stellte Exponate von heutigen Künstlern zusammen, die auf moderne Art Aspekte, Motive, Farben, Formen, Philosophien der japanischen Kunst aufgreifen und neu umsetzen.

Fünf Aspekte umfasst die Ausstellung: Der erste gilt der Inspirationsquelle Pinselkunst, Kalligrafie, Tuschmalerei und Papier. Dazu gehören etwa die Arbeiten von Helmut Zimmermann. Ein anderer Aspekt beleuchtet Ideale und symbolträchtige Motive wie Samurai oder den Fuji, den heiligen Berg, den Manfred Wöhlcke in seinen Bildern aus neuem Blickwinkel darstellt. Ein weiteres Ideal ist das der Schlichtheit, Einfachheit und Reduktion. Die Form der Kurzgedichte Haiku hat Doris Miedl-Piesecky visualisiert. Unter dem Stichwort "Impressionen" findet sich eine Bodeninstallation aus Kieselsteinen mit den Formen Quadrat, Dreieck, Kreis als Symbole für Erde, Feuer und Wasser. Formen und Ornament heißt ein Raum, in dem etwa Elisabeth Spatz-Distlers eigenwillige Kreation eines abgewandelten klassischen Kimonos hängt. "Die Japaner lieben auch Farben, Fülle, Formen und Ornamente", sagte Sibylle Rauscher. Ein wesentliches Augenmerk richtet sich auf das Thema Holzschnitt, das die Künstler in Technik und Bildinhalt unterschiedlich behandeln.

Es sei spannend zu verfolgen, wie japanische Elemente in die westliche Kunst eingeflossen sind, sagte Kunstvereins-Vorsitzende Margit Kugler, die dem Ehepaar Regine und Peter Haußmann für die Vermittlung der Ausstellung dankte.

Die Ausstellung ist bis 7. Oktober jeweils mittwochs von 17 bis 19, samstags von 14 bis 17 und sonntags von 10 bis 12 sowie von 14 bis 17 Uhr in der Villa Berberich zu sehen. Führungen mit Kunstsammler Hannspeter Kunz gibt es am 23. und 30. September jeweils um 11 und 15 Uhr.