Eine Frau, reich an Verdiensten

Axel Kremp

Von Axel Kremp

Mi, 18. Oktober 2017

Bad Säckingen

Elisabeth Strauß, die frühere stellvertretende Bürgermeisterin, starb im Alter von 77 Jahren.

BAD SÄCKINGEN. Als Elisabeth Strauß im Sommer 2012 ankündigte, ihren Lebensabend in der Ortenau verbringen zu wollen, ist vielen Menschen in Bad Säckingen und Umgebung erst bewusst geworden, dass die Kur- und Bäderstadt nicht Heimat der allseits geschätzten Pädagogin und Kommunalpolitikerin war. Wenngleich die Wahlheimat am Hochrhein für Elisabeth Strauß längst zum Lebensmittelpunkt und damit auch zur Heimat geworden war. Elisabeth Strauß starb in Offenburg. Sie wurde 77 Jahre alt.

Es war der Beruf, der Elisabeth Strauß 1964 ins damalige Säckingen führte. Zwei Jahre nach Eintritt in den Schuldienst wurde sie Lehrerin an der damaligen Hindenburgschule. Nach einer Aushilfe in Rheinfelden kehrte sie 1967 als Lehrerin an der Hans-Thoma-Schule nach Säckingen zurück. Die Fertigstellung der Weihermattenschule war dann 1973 für Elisabeth Strauß noch einmal ein Grund zum Wechseln. Im Berufsleben sollte dies zwar der letzte Wechsel, nicht aber das Ende der Karriereleiter gewesen sein. Elisabeth Strauß wurde 1994 Hauptlehrerin und Leiterin der Grundschule. Dort feierte sie 2002 das Jubiläum 40 Jahre im öffentlichen Dienst. Und dort wurde sie 2003 feierlich und mit Worten höchster Anerkennung in den Ruhestand verabschiedet. Die Pädagogik aber ließ Elisabeth Strauß auch danach nicht los. Wie selbstverständlich erteilte sie noch etliche Jahre lang Nachhilfe- und auch Privatunterricht.

Und auch Ulrich Schoo, ihr Nachfolger, genoss den kurzen Draht zu seiner Vorgängerin, saßen doch beide gemeinsam in der SPD-Fraktion des Bad Säckinger Gemeinderats. 15 Jahre lang, von 1994 bis 2009, arbeitete Elisabeth Strauß als Stadträtin tatkräftig an der Entwicklung der Stadt Bad Säckingen mit. Sie saß im Bau- und Verwaltungsausschuss, im Kultur- und Sozialausschuss, der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke, im Gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft mit Murg, Rickenbach und Herrischried und im Beirat der Volkshochschule Bad Säckingen. Vier Jahre lang, von 2006 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Gemeinderat im Jahr 2009, war sie zweite Bürgermeister-Stellvertreterin und nahm etliche Repräsentationspflichten wahr. Die Stadt Bad Säckingen würdigte die Verdienste von Elisabeth Strauß beim Ausscheiden aus dem Gemeinderat mit der Verleihung der Verdienstmedaille in Silber.

"Ihren" Vereinen blieb Elisabeth Strauß auch nach dem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik treu. Allen voran dem Freundeskreis Santeramo, dessen Zweite Vorsitzende sie bis zu ihrem Wegzug im Jahr 2012 war. Doch nicht nur dort, auch im Verein Haus Fischerzunft hinterließ Elisabeth Strauß nach ihrem Wegzug eine große Lücke. Dort wirkte sie an der Organisation und Präsentation etlicher Ausstellungen mit und arbeitete lange Zeit im Vorstand.

Die Bad Säckinger Narren schätzten den feinsinnigen und hintergründigen Humor von Elisabeth Strauß, die etliche Jahre lang als Akteurin auf der Bühne des Narrenspiegels stand und deren künstlerisches Geschick auch als Gestalterin und Mitgestalterin des anspruchsvollen Bühnenbildes gefragt war.