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03. September 2016

Golf für Abenteurer

Beim Adventure-Golf können sich Jung und Alt in Obersäckingen mit Ball und Schläger versuchen / Wasserhindernisse bringen Abkühlung /.

  1. Urlaubsserie Golfwelten Hochrhein Foto: Theresa Tröndle

Steine, Gras, Wasser und sogar ganze Baumstämme mitten auf der Bahn – alles was Spieler des klassischen Golfs wohl kräftig ins Schwitzen bringen würde, ist hier gewollt: Beim Adventure-Golf in Bad Säckingen wird das Minigolfspielen zu einem abenteuerlichen Erlebnis.

Unscheinbar und einfach sieht sie aus, die Bahn Nummer drei auf der Adventure-Golfanlage der Golfwelt Hochrhein in Obersäckingen. Ein rechteckiger, hölzerner Bahnboden und das obligatorische Loch, ansonsten keine Hindernisse – zumindest keine sichtbaren. Aber als Jonas Güdemann auf die Bahn tritt, beginnt sie zu wackeln. Drei Mal rollt der Ball knapp am Loch vorbei. "Die Bahn ist doch nicht so einfach, wie ich gedacht habe", beginnt der Elfjährige aus Wehr zu lachen. Beim vierten Schlag trifft er endlich. Die Adventure-Golfbahn – im Übrigen die einzige in der Region – hat er auf dem Kindergeburtstag eines Freundes kennengelernt. Seitdem ist er begeistert. Eine Minigolfanlage gibt es zwar auch in Wehr, aber "die Bahnen hier machen viel mehr Spaß", da sind sich Jonas und sein Bruder Jakob einig. Zusammen mit ihrer Mutter Solveig und einem gemeinsamen Freund probieren sie sich seit einer Stunde durch die Anlage. "Zum Einspielen sind Minigolfbahnen super", sagt Solveig Güdemann, "aber sie werden einfach schnell langweilig."

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Glatte, graue Betonböden wie beim herkömmlichen Minigolf gibt es hier auf keiner einzigen Bahn. Stattdessen Steinplatten, Kunstrasen oder Gummi. Der Boden der nächsten Bahn besteht aus aneinandergesetzten Holzstücken. Darauf stehen ganze Baumstämme, die es zu umspielen gilt. Noch kurz warten, bis die Großeltern mit ihren Enkeln eingelocht haben und zur nächsten Bahn ziehen, dann geht es los. Außer Mama Solveig trifft hier niemand das Loch beim ersten Schlag. Was zwecks genormter Bahnsysteme bei der Mini-Variante mit einem einzigen Schlag möglich ist, scheint dagegen auf den Adventure-Golfbahnen bedeutend schwieriger.

Inzwischen steht die Sonne so hoch, dass eigentlich die Bikinis und Badehosen gegen Schläger und Bälle getauscht werden müssten. Da kommt die nächste Bahn mit einem Wasserhindernis gerade recht. Vom Abschlag aus ist das Loch erst einmal nicht zu sehen. Kleine, bepflanzte Inseln, umgeben von einem schmalen Bachlauf und Steinen, versperren die Sicht. Schnell sind die Füße von Schuhen und Socken befreit, die Hosen hochgekrempelt und die Zehen in das Wasser gestreckt. Die Freude über das kühle Nass währt aber nicht lange – denn die Bahn hat es ganz schön in sich. Als Jakob den Ball auf den Abschlag legt, fragt er seinen älteren Bruder "Wo soll ich denn da hinzielen?". Eine Antwort kann Jonas darauf nicht geben und zuckt mit den Schultern.

Bei den Schlägen von Jakob kommt mehr Wasser als Ball mit. Umso größer die Freude, als er den Ball schließlich einlocht. Neben dieser Bahn locken drei weitere mit nassen Hindernissen. Mal muss der Ball durch ein sich drehendes Wasserrad gespielt werden, mal unter einem kleinen Wasserfall durchrollen. Am meisten Spaß macht der Familie aber die letzte Wasserbahn. Dort schießen kleine Fontänen unkontrolliert aus dem Boden. Der Clou: Sie ändern ihre Richtung. Trocken davonzukommen ist hier fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Adventure-Golf ist eine Mischung aus richtigem Golf und der Mini-Variante. Die Bahnen sind deutlich kürzer als beim richtigen Golf, aber mit bis zu 30 Metern länger als beim Minigolf. Im Untergrund unterscheiden sich alle drei Arten. Echtes Golf-Feeling kommt zwar auch beim Adventure-Golf nicht auf, aber allen, denen das klassische Golfspielen zu teuer oder zu schwierig und die Light-Variante Minigolf zu langweilig ist, bietet es eine andere Möglichkeit, den Ball ins Loch zu befördern. Bei einem Blick auf die gegenüberliegende, verwaiste Minigolfanlage könnte man glatt meinen, der Trend aus den USA verdränge die lang bewährte Mini-Variante.

Das glaubt Achim Strittmatter, Trainer beim Golfclub Hochrhein, allerdings nicht. "Beide Golfarten sprechen völlig verschiedene Zielgruppen an", erklärt er. "Adventure-Golf ist oftmals reine Glückssache, Minigolf dagegen planbar wie richtiges Golf." Manche Golfspieler nutzen die Minigolfbahnen zum Üben der sogenannten Putt-Technik – als Putt werden die letzten Schläge zum Loch bezeichnet.

Zwischen dem Bahnengolf, zu dem sowohl Adventure- als auch Minigolf gehören und dem Großgolf, gibt es einen prekären Unterschied: Bei letzterem werden verschiedene Schläger und ein Ball verwendet, beim Bahnengolf ist es andersrum.

Sind auf dem Platz alle Bälle eingelocht, kann ein erfrischendes Eis am nahen Kiosk genossen werden. Bei schlechtem Wetter lohnt auch ein Besuch des Wildlife Naturkundemuseums, das sich auf demselben Gelände befindet. Auf 1400 Quadratmeter können Naturfreunde Tiere aus allen Kontinenten bestaunen, sich im Fährtenlesen üben oder Tierstimmen lauschen. Richtig Austoben können sich Erwachsene wie Kinder im danebenliegenden Indoor-Spielplatz Wildkids.

Freizeitwelt Hochrhein

Lage: Die Golfwelt-Freizeitwelt
Hochrhein liegt zwischen Bad
Säckingen und Murg an der B 34.
Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14 bis 19 Uhr. Am Samstag, Sonntag, an Feiertagen und während Schulferien von 11 bis 19 Uhr
Preise: Für Ball und Schläger bezahlen Erwachsene 6 Euro, Kinder 3 Euro im Eingangsbereich des Wildkids (inklusive einer Runde Minigolf).
Weitere Informationen: Im Internet unter http://www.golfwelt-hochrhein.de oder Tel.  07761 556 02 88  

Autor: tht

Autor: Theresa Tröndle