Märchenhafte Kinderuni-Vorlesung

Marion Rank

Von Marion Rank

Fr, 10. November 2017

Bad Säckingen

Die professionelle Geschichtenerzählerin Sigrid Maute hat die jungen Studenten im Bad Säckinger Gloria-Theater in Bann geschlagen.

BAD SÄCKINGEN. Die Vorlesung der Kinderuni im Gloria-Theater am Mittwoch bildete gleichzeitig den Auftakt der Märchentage in Bad Säckingen. Und welches Thema konnte in diesem Fall passender sein als das Leben und Wirken der Gebrüder Grimm?

Das Organisatorenteam um Helmar Burkhart, den Rektor der Kinderuni, hatte zur Klärung dieser Frage Sigrid Maute, eine hauptberufliche Märchenerzählerin, eingeladen, die die kleinen Studenten mit auf eine spannende Reise in die Welt der Märchen nahm.

Wer waren die Gebrüder Grimm und woher kommen unsere Märchen? Wie alt sind die ältesten der Märchen? Was ist der Unterschied zwischen Volks- und Kunstmärchen? Die Kinder lernten, dass die Gebrüder Grimm zwar Jura studiert hatten, ihre wahre Leidenschaft aber Sprache und Literatur galt. Sie sammelten Märchen, die man sich im Volk erzählte: Volksmärchen. Ihr bekanntestes Buch: Die Kinder- und Hausmärchen.

"Die Schneekönigin" von Hans-Christian Andersen etwa ist ein Kunstmärchen, es entsprang seiner Fantasie. Alleine 40 Märchen trug Dorothea Viehmann den Gebrüdern Grimm zu. 1857 hatten die Gebrüder Grimm in ihrem Buch bereits 200 Märchen gesammelt, dazu gab es 30 weitere im Anhang, nebst zehn Kinderlegenden.

Märchen sind schon sehr alt: In Indien dienten sie vor 1700 Jahren zur Erziehung der Prinzen, in der Antike sah man Märchen als wichtigen Schritt zur Bildung der Kinder.

Verschiedene Märchenmotive sind mehr als 4000 Jahre alt und anhand linguistischer Sprachmuster ließen sich Märchen sogar 6000 Jahre zurückverfolgen, lernten die staunenden Kinder. Nach so viel Theorie erzählte Sigrid Maute schließlich auch noch Märchen, drei Stück mit der erbettelten Zugabe.

Sigrid Maute nahm ihre Zuhörer komplett gefangen mit ihrer klaren ausdrucksvollen Stimme, spielte mit ihr, ließ die Zuhörer sämtliche Gemütsregungen der Protagonisten aus den Märchen miterleben, fast körperlich spüren.

Dafür wurde am Ende die Bühne gestürmt und die begeisterten Kinder holten sich von der Märchenerzählerin Autogramme.