Sagenhaftes unter dunklen Wolken

Hans Christof Wagner

Von Hans Christof Wagner

Mo, 29. Oktober 2018

Bad Säckingen

Pünktlich zu den Märchentagen kam das nasse und trübe Wetter.

BAD SÄCKINGEN. Wenn das Wetter bei den Märchentagen nicht ganz so gut mitspielt, verlagert sich das Geschehen eben mehr nach drinnen. So auch bei den Märchentagen 2018. Kinder genossen die gemütliche Atmosphäre bei den Lesungen und Aktionen in den Geschäften. Erwachsene konnten sich im Kursaal oder in den Geschäften mit schönen Dingen, warmer Kleidung oder Weihnachtsdeko eindecken.

Jetzt war er da, der lange ersehnte Regen. Mit ihm mussten sich Besucher, Veranstalter, Aussteller und Marktleute arrangieren. So war die Szenerie obskurer und geheimnisvoller, als wenn die Sonne geschienen hätte. So war es ganz das "sagenhafte Wochenende", das die Märchentage in Bad Säckingen gerne sein wollen.

Und wer ein richtiger Antiquitäten-Fan sein will, trotzt auch tiefen Temperaturen. Denn zum ersten Mal in der jetzt schon 13-jährigen Geschichte der Märchentage lockte ein Antik-Markt mit Schätzchen aus alten Zeiten. Schon länger Garant für einen vollen Kursaal ist der Kunst- und Handwerkermarkt, der wetterunabhängig seine Waren anbieten konnte und der erstmals zeitgleich mit den Märchentagen stattfand.

Wetterunabhängig war man in den Beck-Arkaden zu, wo die deutschen Meister im Cocktailmixen, Elias El-Achkar und Ercan Cicek, mit ihren Kreationen wieder Lust auf Sommer machten und wo Starkoch Mike Schaper leckere Gerichte zauberte. Währenddessen war der Nachwuchs mit Märchenkino beschäftigt oder mit dem Bestaunen von Cindarellas Kleidern und goldenen Schuhen.

Cindarella, Aschenputtel, Dornröschen, Frau Holle und Co – alle waren mit von den Partie.

Märchen faszinieren Kinder nach wie vor und ziehen diese in ihren Bann. Das bekamen am Wochenende auch wieder die zahlreichen Vorleser der alten Geschichten zu spüren. Mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft als Veranstalter gab es in der Stadtbücherei sogar Märchen aus Fernost zu erleben. Bei manchen war die Szenerie schlicht, bei anderen, wie bei der Schweizerin Christine Mafli, war das Märchen-Erlebnis mit Musik untermalt. Im Gallusturm sang sie zum Märchen "Der Wolf und die sieben Geißlein" mit Gitarrist Klaus Böffert "Wir machen nicht auf". Ganz passend zu "Rapunzel" war der Diebsturm ebenfalls Veranstaltungsort, wo Mafli mit Anne Rongy, einer Gambistin, auftrat.

Und während es das Wetter am Samstag nicht allzu gut meinte, machte der Regen am Sonntagnachmittag Pause. So konnten die Märchengruppe Grex Fabula unter freiem Himmel lesen und die Bardensänger von Skadefryd ihre Lieder auf den Straßen und Plätzen singen.

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