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27. Dezember 2014 12:14 Uhr

Eis und Schnee

So können Senioren Stürzen vorbeugen

Noch ist von Schnee und Eis wenig zu sehen. Das kann sich schnell ändern, dann erhöht sich besonders für Senioren die Sturzgefahr. Das DRK hat eine Checkliste erstellt, wie man bei Glätte standsicher bleibt.

  1. Entweder auf vier Pfoten, oder mit passendem Schuhwerk: Schneeglätte kann tückisch sein. Foto: dpa

"Jeder Autobesitzer kümmert sich in diesen Tagen um den Reifenwechsel – diese vorausschauende Sorgfalt sollte auch jeder Einzelne aus Fürsorge für sich selbst wahrnehmen und vor allem auf das richtige Schuhwerk für den Winter achten", wird Professor Reinhard Hoffmann in einer Pressemitteilung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zitiert. Hoffmann ist stellvertretender Generalsekretär der deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie und ärztlicher Direktor der berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt am Main.

Was kann passieren?
Die distale Radiusfraktur, im Volksmund "Handgelenkbruch" genannt, sei im Winter mit Abstand der häufigste Knochenbruch, so Hoffmann in der Mitteilung weiter. Die Menschen stützen sich im Moment des Ausrutschens meist reflexartig mit einem Arm ab, um den Kopf vor einem Aufprall zu bewahren. Die Hand fängt dabei die gesamte Körperlast auf. Die fortgeleitete Energie führt laut dem Experten zum Bruch der benachbarten Speiche im Bereich des Handgelenkes.

Auch Brüche im Oberarmkopf, im hüftgelenknahen Oberschenkel oder an den Wirbelkörpern sind im Winter besonders bei älteren Menschen häufig.

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Denn das Alter hemmt die Koordinationsfähigkeit und Reflexe, so dass Betroffene oftmals ungebremst auf die Seite stürzen, wenn sie ausrutschen. Zudem nimmt ab etwa dem 30. Lebensjahr die Knochenmasse ab. Dadurch werden die Knochen im Alter weniger belastbar und brechen leichter. Bildet sich der Knochen übermäßig schnell und stark zurück, spricht man im Übrigen von Osteoporose, so Hoffmann weiter.

Wie kann man vorbeugen?
Gangunsichere sollten keine unnötigen Gefahren eingehen und bei Glätte möglichst zu Hause bleiben, Bewegung und soziale Aktivitäten lassen sich meist auf sonnige Nachmittage verschieben, rät die Servicestelle. Hilfreich ist auch, sich eine Person als Begleitung zu organisieren, um auch im Winter an die frische Luft zu kommen.

Im Winter sollte man konsequent nur Schuhe mit Profil tragen. Wer im Arbeitsleben auf elegante Schuhe mit rutschiger Sohle angewiesen ist, sollte auf diese Schuhe erst im Büro umsteigen. Durch die Nutzung von Schuhspikes lässt sich normales Schuhwerk wintertauglich machen. Die Schuhspikes, auch Anti-Rutsch-Sohle genannt, lassen sich schnell und unkompliziert am Schuh befestigen und schützen vor dem Ausrutschen. Menschen, die einen Gehstock benutzen, können sich auf Rezept einen Gehstock-Spike besorgen. Dieser hilft, sich sicherer fortzubewegen, so die Servicestelle weiter.

Was sind Stolperfallen?
Lucia Woldert von der DRK-Servicestelle für Senioren rät außerdem dazu, nicht nur draußen Gefahrenquellen zu meiden. "Schon kleine Veränderungen in der Wohnungseinrichtung können körperlich eingeschränkte Menschen schnell und einfach Erleichterung bringen. Zum Beispiel können durch Entfernen von Teppichen und Läufern Stolperfallen entfernt werden.

Darüber hinaus lassen sich enge Hausflure durch das Um- oder Wegstellen von Kommoden schnell verbreitern. Daneben gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die manche Mühe im Alltagsleben mindern können. Insbesondere für sturzgefährdete Menschen sei außerdem der Hausnotruf eine gute Möglichkeit, im Notfall schnell und einfach Hilfe zu bekommen.

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Autor: bz