Unter der sengenden Sonne Italiens

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 13. Juni 2017

Bad Säckingen

Schüler der Hans-Thoma-Schule besuchten ihre Austauschpartner in der süditalienischen Stadt Santeramo.

BAD SÄCKINGEN/SANTERAMO (BZ). Nachdem der Schüleraustausch zwischen der Scuola Bosco-Netti und der Hans-Thoma-Schule im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 30 Jahren ausgefallen war, hat diese Jahr wieder eine Schülergruppe aus Bad Säckingen die italienische Stadt besucht.

Die Besorgnis, dass kein Schüleraustausch mehr stattfinden werde, war groß. Deshalb waren Lothar Gatti, der Verantwortliche für den Schüleraustausch an der Hans-Thoma-Schule, und der stellvertretende Bürgermeister Frank van Veen im Winter nach Santeramo gefahren, um für ein Weiterbestehen des Schüleraustausches beim Schulleiter und beim Bürgermeister von Santeramo zu werben.

Anfang Juni sind nun wieder 25 Schüler und vier Lehrer in die italienische Stadt gefahren, wie die Hans-Thoma-Schule in einer Mitteilung berichtet. Anfang Mai waren 28 Schüler aus Santeramo für fünf Tage nach Bad Säckingen gereist, nun konnten Freundschaften beim Gegenbesuch erneuert werden. Erstmals bestand die Gruppe aus Schülern aller Klassenstufen von Klasse 5 bis 9. Begleitet wurden sie von den Lehrern Andrea Koubik, Miriam Knoll, Lothar Gatti und dem Schulsozialarbeiter Tim Link.

Zur Begrüßung der Gäste hatten die italienischen Schüler einen Empfang mit Speisen, Getränken und einer Gitarrengruppe organisiert. Nach dem Ankommen in den Gastfamilien ging es ins Stadtzentrum, um das bunte Treiben zu beobachten. Zusammen mit gewaltigen Menschenmassen drängelte man sich durch die engen Gassen der Innenstadt, um die traditionellen Festumzüge zum Fest des heiligen Erasmus zu beobachten. Viele der Schüler blieben bis weit nach Mitternacht auf, um das große Feuerwerk, das die Feierlichkeiten abschloss, zu bewundern. Der erste Ausflug führte die Schüler in die Trullistadt Alberobello. Die außergewöhnliche Bauweise der Häuser zieht jedes Jahr eine enorme Anzahl von Touristen in diese Stadt. Dann ging es ans Meer nach Torre Canae. Für einige Schüler war es das erste Mal, dass sie im Meer gebadet haben.

Am nächsten Tag bewegten die Schüler sich auf den Spuren des Stauferkönigs Friedrich II. Am Vormittag besichtigten sie das Castel del Monte, eine der Hauptattraktionen Apuliens. Nachmittags fuhren die Schüler nach Trani zur Kathedrale San Nicola Pellegrino, besichtigten ein weiteres Castel Friedrichs und machten in sengender Hitze einen Rundgang um den Hafen. Auf der Rückfahrt gab es einen kurzen Zwischenstopp in Gravina di Puglia, wo man auf der historischen Via Apia eine tiefe Schlucht überqueren konnte. Abends war die Reisegruppe dann Zuhörer eines Konzerts: Das Orchester der Partnerschule spielte auf der Piazza.

Am Pfingstmontag ging es ans ionische Meer nach Metaponto. Auf dem Weg dorthin wurde das Panorama der Höhlenstadt Matera bewundert. Die Altstadt Materas besteht zum Teil aus Höhlensiedlungen, den Sassi, und diente in zahlreichen Filmen als Kulisse. Den Rest des Tages verbrachten die deutschen zusammen mit den italienischen Schülern am Strand von Metaponto und vergnügten sich beim Baden im Meer und an der Sonne.

Am Dienstagmorgen begleiteten die Schüler der Hans-Thoma-Schule ihre Gastgeber in den Unterricht. Dann traten zur Verabschiedung der Gäste einige Musik-und Tanzgruppen auf, die ersten Abschiedstränen kullerten. Schüler und Lehrer waren überwältigt von der süditalienischen Gastfreundschaft. Wie die eigenen Kinder wurden die Schüler aus Deutschland von den italienischen Gasteltern behütet, bemuttert und so reichhaltig beschenkt, dass der Platz im Kofferraum des Reisebusses knapp wurde.