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23. Mai 2016

Weit mehr als Ausstopfen

Im Wildlife-Museum zeigen Tierpräparatoren, wie sie arbeiten.

  1. Vor Tiermodellen: Günther Nufer, die Grafikerin Ute Schmolke-Hönigschmied und Präparator Uwe Goepel (von links) Foto: Michael Gottstein

BAD SÄCKINGEN (mig). Wie arbeitet eigentlich ein Tierpräparator? Geht er ähnlich vor wie die alten Ägypter bei der Mumifizierung? Und was verbirgt sich im Inneren der Exponate, die im Wildlife-Museum zu sehen sind? Antworten auf diese Fragen geben die Präparatoren Uwe Goepel und Wolfgang Schenk am Freitag, 27. Mai, ab 17 Uhr im Käthe-Kollwitz-Saal der Golfwelt Hochrhein.

Als passionierter Jäger hatte sich Günther Nufer, der ehemalige Bad Säckinger Bürgermeister und Geschäftsführer der Golfwelt Hochrhein, die Frage gestellt, welche Verfahren und Techniken Präparatoren anwenden müssen, um die erlegten Tiere dauerhaft zu erhalten, ohne dass deren Aussehen durch den Konservierungsprozess verändert wird. Da lag es nahe, Experten einzuladen, schließlich ist im Wildlife-Museum eine von Erwin Himmelseher zusammengetragene Kollektion von Tierpräparaten aus 40 Ländern zu sehen. "Und Erwin Himmelseher hat mit den besten Präparatoren zusammengearbeitet", erklärte Günther Nufer. Dazu zählen Wolfgang Schenk und Manfred Erdeljan, von denen die meisten Exponate stammen, sowie Uwe Goepel aus Meilen im Kanton Zürich. Das Thema scheine auf Interesse zu stoßen, denn "in New York ist es zurzeit groß in Mode, die verstorbenen Haustiere zu präparieren", berichtet Nufer. Begleitend zur Ausstellung soll es im Laufe des Sommers Workshops und Führungen für Schulen und Jäger geben.

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Im Gespräch mit der BZ gab Uwe Goepel erste Einblicke in seine Arbeit – und räumte mit zwei Vorurteilen auf: Mit ägyptischen Mumien hätten die Tierpräparate nichts zu tun, und auch der landläufige Begriff "ausstopfen" sei der völlig falsche Ausdruck, um den Prozess der Tierpräparation zu beschreiben. Zunächst wird die Haut des Tieres abgenommen und zugerichtet, also haltbar gemacht. Anders als beim Gerben von Leder muss das ursprüngliche Erscheinungsbild erhalten werden. Diese Haut wird dann einem Modell übergezogen – und da kommt die Kreativität ins Spiel, denn diese Form muss nicht nur die Anatomie nachbilden, sondern das Tier auch in einer möglichst natürlich erscheinenden Bewegung festhalten. Daher fertigt Uwe Goepel zunächst zeichnerische Studien an. "Eine Fotografie genügt nicht, denn erst beim Zeichnen nehme ich das Bild des Tieres in mir auf." Wie genau er das dreidimensionale Modell herstellt, wird er bei der Vernissage verraten. Im Laufe der Ausstellung können sich die Besucher dank der reich illustrierten und mit ausführlichen Texten versehenen Plakate informieren, die die Grafikerin Ute Schmolke-Hönigschmied geschaffen hat.

Tierpräparate: Die Vernissage beginnt am Freitag, 27. Mai, um 17 Uhr, im Käthe-Kollwitz-Saal der Golfwelt Hochrhein. Die Ausstellung ist bis Ende August zu den Öffnungszeiten des Wildlife-Museums zu sehen, also mittwochs bis freitags zwischen 14 und 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr. Geplant sind spezielle Führungen und Workshops, deren Daten noch bekanntgegeben werden.

Autor: mig