Zuhause ist es am schönsten

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 01. April 2016

Bad Säckingen

Das Stück "Endlich allein" der Bad Säckinger Festspielgemeinde bewegt sich nahe an der Realität.

BAD SÄCKINGEN. Im "Hotel Mama" ist es doch am Schönsten. Dies finden jedenfalls die drei erwachsenen Kinder des Ehepaars Butler, die eines Tages alle wieder mit Sack und Pack vor der Tür stehen. So erleben die Eltern statt der erhofften Zweisamkeit wieder jede Menge Stress mit den Sprösslingen. Eine Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen: die Komödie "Endlich Allein" von Lawrence Roman, die sich die Festspielgemeinde Bad Säckingen als neuesten Theaterknüller ausgesucht hat. Premiere ist am 8. April im Bad Säckinger Festspiel-Gemeindehaus.

Seit Anfang Dezember probt das Ensemble unter Regie von Renate Kraus das Stück. "Viele sagen: Ach ja, das kenne ich aus meiner Familie", erzählt Kraus. Die Reaktionen zeigen, dass diese Komödie nah am realen Leben ist. Genau das hat ihr an diesem Stück gefallen, das ein Broadway-Erfolg war. Die Situationen im Hause Butler sind zwar komödiantisch überspitzt, "aber im Kern wahr". Das Thema betrifft viele Leute, die Szenen wirken realistisch.

Helen und George Butler haben zwei Töchter und einen Sohn großgezogen. Nun zieht die Jüngste aus, um aufs College zu gehen. Mutter Helen freut sich auf "Ruhe, Ordnung, Freiheit"; sie will mit ihrem Mann das Leben genießen und sich ein Maleratelier einrichten. Doch daraus wird nichts. Nacheinander kehren Tochter Michelle, die ihren Job an der Elite-Uni geschmissen hat, Sohn Eliott, der von der Freundin rausgeworfen wurde, und Nesthäkchen Roberta wieder ins Elternhaus zurück. Als auch noch eine Studentin auf Zimmersuche bei den Butlers Unterschlupf sucht, wird es langsam eng im Haus. Und schließlich entbrennt noch ein Ehestreit. Sie wirft ihm vor, fremdgegangen zu sein, er lässt den verzogenen Sprösslingen alles durchgehen.

"Es gibt schon turbulente Szenen, wie sich das für eine Komödie gehört", verrät Renate Kraus bei den Proben, "aber es hat auch ein paar ernstere Momente." Das schätzt sie: Eine intelligente Komödie, die das Publikum zum Lachen bringt, aber auch ernsteren Hintergrund hat.

Ihre Wahl fiel deshalb auf dieses Stück, weil es mit sechs Personen nicht so groß besetzt ist wie frühere Produktionen. Einige der bewährten Stammspieler setzen in diesem Jahr aus, dafür sind neue junge Darstellerinnen und Darsteller im Ensemble. "Für dieses Stück brauchen wir vier junge Leute", freut sich Kraus über Neuzugänge wie Carla Langer aus Murg-Niederhof, die die jüngste Tochter Roberta spielt, und Matthias Ngo, Gymnasiast aus Bad Säckingen, der als Sohn Eliott sein Bühnendebüt gibt. Neu ist auch Valeria Perrupato als College-Studentin Janie. Zum zweiten Mal dabei sind Sandra Lutz aus Murg-Oberhof, als Tochter Michelle und Gerald Hacker aus Wehr, der die Rolle des Vaters George Butler übernimmt. An seiner Seite ist Hilde Butz, eine der bekanntesten Schauspielerinnen der Festspielgemeinde, in der Hauptrolle der Helen Butler.

Das Stück des US-Autors, das im Original "Alone together" heißt, spielt in Los Angeles. Das Bühnenbild hat Renate Kraus entworfen. Ein angedeuteter Kamin, ein Sofa, eine Küchenbar mit Hockern, viele Koffer und Gepäckstücke, dazu drei Türen, die ständig auf und zu gehen: Sie markieren das Haus Butler, das immer mehr zum Hotel Mama wird. Hermann Stöger half beim Bühnenaufbau, Günter Kraus übernimmt die Technik, Monika Kruse souffliert. Acht Vorstellungen des Stücks sind geplant.

Die Premiere ist am 8. April, 19.30 Uhr, im Festspiel-Gemeindehaus. Weitere Aufführungen sind am 9.,10., 15., 16., 22., 23. und 24. April, jeweils 19.30 Uhr, Vorverkauf: Samstag, 2. April, 10-12 Uhr, im Festspiel-Gemeindehaus sowie Tel. 07761/58376